Zwischen Washington und Europa war es am Wochenende zur Eskalation gekommen, nachdem US-Präsident Donald Trump im Streit um die zu Dänemark gehörende Insel Grönland Strafzölle gegen einige europäische Länder angedroht hatte. Ab dem 1. Februar sollen diese bei 10 Prozent liegen. Vom 1. Juni an sollen sie auf 25 Prozent steigen, sofern kein Abkommen über den Kauf Grönlands durch die USA erzielt wird. Europäische Staats- und Regierungschefs erörtern unterdessen mögliche Gegenmassnahmen.
Entgegen den Erwartungen wurde zuletzt noch bekannt, dass es an diesem Dienstag doch noch keine Entscheidung über die Rechtmässigkeit schon geltender US-Zöllen durch den Obersten Gerichtshof geben wird.
Der Dow Jones Industrial sackte im frühen Handel um 1,4 Prozent auf 48.690 Punkte ab. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 1,5 Prozent auf 6.838 Zähler abwärts. Der von Technologiewerten geprägte Nasdaq 100 büsste 1,6 Prozent auf 25.125 Punkte ein.
«Der Grönland-Streit zeigt: Handelsstreitigkeiten sind bei weitem noch nicht beigelegt», sagte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Und sie dürften unter einer Trump-Administration wohl auch ein «Dauer-Störfeuer» bleiben.
Im Dow war die Aktie von 3M Schlusslicht mit minus 4,5 Prozent. Der Mischkonzern legte Quartalszahlen vor und enttäuschte mit seinem Gewinnausblick. Zwar will 3M die Gewinnentwicklung im laufenden Jahr weiter beschleunigen, doch Analysten hatten mit Blick auf die Mitte der Prognosespanne mehr erwartet, als das Management in Aussicht gestellt hat.
Dagegen ging es für die Aktie des Streaming-Anbieters Netflix an der Nasdaq um 0,7 Prozent nach oben. Im Bieterkampf um das Hollywood-Urgestein Warner Brothers legte Netflix nach. Das bisherige Gebot von knapp 83 Milliarden US-Dollar inklusive Schulden für das Studio- und Streaming-Geschäft von Warner wird zu einem kompletten Barangebot. Konkurrent Paramount bietet gut 108 Milliarden Dollar für den gesamten Warner-Brothers-Konzern, einschliesslich der dazugehörigen Fernsehsender wie CNN. Paramount verloren 1,0 Prozent, Warner Bros gaben um 0,5 Prozent nach.
Die Anteilsscheine der Edelmetall-Produzenten Newmont und Agnico Eagle Mines verteuerten sich um 3,2 und 5,0 Prozent. Sie profitierten von neuen Rekorden der Gold- und Silberpreise. Die Edelmetalle sind angesichts der vielen geopolitischen Krisenherde wie der Lage im Iran und Trumps Zoll-Drohungen als «sichere Häfen» derzeit stark gefragt.
Um 64 Prozent auf 57,55 Dollar sprangen die Aktien von Rapt Therapeutics nach oben. Der britische Pharmakonzern GSK will das US-Biotech-Unternehmen kaufen und bietet den Rapt-Aktionären 58 Dollar je Aktie, was einem Firmenwert von 2,2 Milliarden Dollar entspricht./ck/mis
(AWP)

