Insgesamt sei der Markt nach dem Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos und den Geschehnissen rund um Grönland auf Richtungssuche, hiess es. Gleichzeitig schaut man auf den Goldpreis. Die Feinunze hat erstmals die Marke von 5100 Dollar geknackt. Das sei aber kein Grund zum Feiern, sondern Anlass zur Sorge. Der neue Rekord gelte als Krisen-Indikator und werde als Flucht aus dem US-Dollar gewertet. In der Tat ist die US-Währung zuletzt wieder auf Tauchgang gegangen.
Der SMI verliert gegen 11 Uhr 0,55 Prozent auf 13'074,80 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI sinkt um 0,50 Prozent auf 2121,02 und der breite SPI um 0,63 Prozent auf 18'107,65 Zähler. Im SLI stehen 24 Verlierer 6 Gewinnern gegenüber.
Nestlé fallen mit einem deutlichen Minus von 2,5 Prozent auf, belastet durch den jüngsten «Babymilch-Skandal». In Frankreich laufen Behördenuntersuchungen im Zusammenhang mit Babynahrung und Todesfällen, obwohl noch kein direkter Zusammenhang bestätigt ist. Das erhöht aber die Unsicherheit und belastet den Titel.
Bei Lonza (-1,2 Prozent) und Roche (-0,4 Prozent) halten sich die Anleger hingegen im Vorfeld der Ergebnispublikation im weiteren Wochenverlauf zurück. Ähnliches gilt für Givaudan (-0,6 Prozent). Die sehr gut gelaufenen Sektorkollegen Galderma (-1,7 Prozent) und Sandoz (-2,3 Prozent) fallen noch deutlicher zurück. Einzig Novartis (-0,03 Prozent) halten sich relativ stabil.
Logitech werden 1,1 Prozent höher bezahlt. Der Hersteller von Computerzubehör wird in der Nacht auf Mittwoch seine Zahlen präsentieren. Nach den jüngsten Abgaben gelte die Aufmerksamkeit der Anleger dem wichtigen Weihnachtsquartal.
Kursgewinne von 0,8 Prozent auf 37,46 Franken verbuchen die Papiere der UBS. Die Analysten von Jefferies haben ihr Kursziel auf satte 55 Franken erhöht. Das impliziert ein Aufwärtspotential von fast 50 Prozent im Vergleich zum aktuellen Kurs. Der Broker hält nämlich die Auswirkungen der geplanten Kapitalreformen als für die Bank gut beherrschbar.
Dass die Citigroup bei Schindler mit einem neuen Rating «Buy» auf die Käuferseite gewechselt hat, verhilft den Papieren der Innerschweizer zu einem Kursplus von 0,5 Prozent.
Relativ gut unterwegs sind die als gute Dividendenzahler bekannten Versicherer Swiss Life (+0,5 Prozent), Swiss Re (-0,4 Prozent) und Zurich (-0,1 Prozent) sowie die Papiere von Swisscom (+0,2 Prozent).
Bei Holcim geht der Rekordlauf mit plus 1,7 Prozent weiter. Hintergrund ist eine optimistische Branchenstudie aus dem Hause JP Morgan. Die zuständige Analystin geht recht optimistisch in die bevorstehende Berichtssaison. Weiterhin nicht auf Touren kommt die von Holcim abgespaltene und in Nordamerika tätige Amrize (-1,9 Prozent).
Im breiten Markt finden die am Morgen gemeldeten Vorabzahlen von Inficon (-1,4 Prozent) und vor allem von Skan (-4,9 Prozent) zum Geschäftsjahr 2025 keinen Anklang.
Die schwindende Risikoneigung der Anleger kommt besonders gut zum Ausdruck in den Verlusten kleiner Pharmapapiere wie Addex (-9,4 Prozent), Kuros (-7,2 Prozent), Idorsia (-6,4 Prozent), Bioversys (-5,8 Prozent) oder Santhera (-5,1 Prozent).
Und über dem Flughafen Zürich (-1,2 Prozent) hat JP Morgan mit einem Votum von neu «neutral» den Daumen gesenkt. Hingegen steigen Bachem um 6,1 Prozent auf 74,15 Franken. Mit der Royal Bank of Canada hat mit 110 Franken ein erstes Analyse-Haus wieder ein Kursziel deutlich im dreistelligen Bereich gesetzt.
ra/to
(AWP)

