Die Anspannung an den Finanzmärkten bleibt aber gross, wie auch die weiteren Verluste von knapp 4 Prozent des Nikkei in Tokio zeigen. Und die Frage, ob der gewaltsame Konflikt im Nahen Osten wie erhofft kurz gehalten werden kann, bleibt angesichts der anhaltenden Kampfhandlungen aller Seiten offen. Letztendlich sei die entscheidende Frage nicht das Risiko einer militärischen Eskalation, sondern ob die Unterbrechung der Ölversorgung dauerhaft werde, heisst es etwa in einer ersten Zwischenbilanz des Asset Management des Vermögensverwalters Amundi. Solange die Lieferungen weiterliefen, würden die Märkte eher mit anhaltender Volatilität als mit einem strukturellen Bärenmarkt konfrontiert sein.
Ölpreis etwas unter Vortageshoch
Der im Brennpunkt stehende Ölpreis hat in den vergangenen Stunden zwar wieder etwas angezogen, der Brent notiert im Bereich von 83,70 US-Dollar je Barrel aber unter dem Höchststand vom Vortag im Bereich von 85 Dollar. Auch die Edelmetalle Gold und Silber kosten weniger als noch in der Spitze zu Beginn der Woche.
Indizes auch in Europa höher
Der SMI zieht um 09.15 Uhr 0,72 Prozent auf 13'501,15 Punkte an. Von den 20 SMI-Titeln notieren 15 höher und 5 tiefer. Der SMIM-Index für die mittelgrossen Werte legt 0,45 Prozent auf 3061,15 Punkte zu und der breite SPI um 0,72 Prozent auf 18'603,36 Punkte. Auch der deutsche DAX oder der französische CAC-40 befinden sich auf Erholungskurs.
Defensive stützen
Der Gesamtmarkt wird stark von den Gewinnen der defensiven Schwergewicht Nestlé (+1,1 Prozent), Roche (+1,0 Prozent) und Novartis (+0,9 Prozent) getragen. Logitech (+1,9 Prozent) knüpfen an der Tabellenspitze an die vom Iran-Konflikt nur wenig beeinträchtigte Aufwärtsbewegung der vergangenen drei Wochen an.
Alcon (+1,7 Prozent) erhalten von einer bestätigten Kaufempfehlung durch Goldman Sachs etwas Rückenwind.
Kühne+Nagel (-1,2 Prozent) geben hingegen einen Teil der Gewinne der beiden Vortage wieder ab. Der Logistikkonzern wird als möglicher Profiteur erhöhter Frachtpreise gesehen.
Im breiten Markt fallen Implenia mit einem Plus von 5,9 Prozent im Anschluss an die Jahreszahlen auf.
cf/rw
(AWP)

