Israel hat als Vergeltung für Raketenangriffe auf nördliche Gebiete Luftangriffe auf den Iran gestartet. Israel setzte die neuen Angriffe trotz der Warnungen von US-Präsident Donald Trump um, von neuen Massnahmen abzusehen. «Man fragt sich nun, ob die Anleger zusehends etwas nervöser werden», kommentiert ein Händler. Immerhin sei auch 100 Tage nach Kriegsbeginn kein Friedensabkommen in Sicht.
Verschiedene Belastungsfaktoren
Derzeit belasten Zinsängste, steigende Ölpreise und die neue Eskalation im Nahen Osten. Die unerwartet starken US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag verstärken nun die Spekulationen in den USA auf neue Zinserhöhungen. Dies hat am Freitag an der Wall Street zu einem Abverkauf der Technologiewerte geführt. «Genau das schwappte nach Asien über und könnte die Tech- und Halbleiterwerte auch hierzulande und in Europa unter Druck setzen», sagt ein Marktteilnehmer voraus.
Der Swiss Market Index (SMI) verliert gegen 9.20 Uhr 0,72 Prozent auf 13'291,56 Punkte. Die Verlierer (17) sind klar in der Überzahl. Der SMIM der mittelgrossen Werte fällt um 0,87 Prozent auf 2967,94 Punkte und der breite SPI um 0,77 Prozent auf 18'779,96 Punkte.
Mit den aufgeflammten Spannungen zwischen Israel und dem Iran sind auch die Ölpreise wieder deutlich gestiegen, verharren aber noch unter der psychologisch wichtigen Marke von 100 US-Dollar je Barrel. Zudem sei bei den Renditen ein Aufwärtsdruck zu erkennen, was ebenfalls belasten könnte, so ein Marktbeobachter.
Von den hiesigen Blue Chips gewinnen gegen den Trend Givaudan (+0,4 Prozent) hinzu. Dies liegt an einer Hochstufung durch Goldman Sachs. Die Experten haben eine Kehrtwende gemacht und empfehlen den Aromen- und Duftstoffkonzern neu zum Kauf, nachdem sie ihn zuvor mit Verkaufen eingestuft hatten.
Daneben sind noch Swisscom und der Versicherer Zurich (Beide +0,1 Prozent) im überschaubaren Gewinnerfeld zu finden.
KI-Abgaben und Zinsphantasie belasten
Diese erneuten Spannungen treffen auf einen Markt, der nach dem jüngsten US-Ausverkauf zum Wochenschluss ohnehin angeschlagen war. In den USA hatten sich am Freitag die Gewinnmitnahmen im Tech-Sektor nochmals beschleunigt und zu deutlichen Kursverlusten geführt.
Der deutlich besser als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktbericht für den Mai hatte diesen Ausverkauf am Freitag gestützt. Denn die starken Daten liessen die Renditen von US-Staatsanleihen ansteigen. Dies schürte Befürchtungen, dass höhere Finanzierungskosten gerade jene Unternehmen belasten könnten, die stark in den Ausbau der KI investieren.
Auch hierzulande geht es angesichts dieser Vorgaben vor allem mit den Technologiewerten weiter abwärts. Bei den Blue Chips fallen Logitech um 1,7 Prozent. Im weiteren Feld folgen VAT, AMS Osram, Inficon und Comet mit Abgaben von bis zu 4,7 Prozent.
Kardex sacken um 12 Prozent ab, nachdem der Lagerlogistiker angekündigt hat, 2026 eine tiefer EBIT-Marge zu erwarten.
hr/cg
(AWP)
