Die immer neuen positiven Überraschungen aus der US-Wirtschaft dürften es der Notenbank allerdings schwer machen, einen Strich unter ihre Zinsanhebungsphase zu machen, meinte ein Marktteilnehmer. Und die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen rücke erst recht in weite Ferne. Derweil zeigt sich die Credit Suisse mit Blick auf die Aktien grundsätzlich wieder optimistischer. Der freundlichere Ausblick für die Wirtschaft mit einer sanften Landung der US-Wirtschaft im Basisszenario sollte die Belastung für die Unternehmensgewinne und damit auch für die Aktienmärkte verringern, heisst es in einer neuen Einschätzung der Bank. Diese stuft in der Folge globale Aktien auf "Neutral" hoch.
Der SMI zieht bis um 10.50 Uhr um 0,63 Prozent auf 10'916,95 Punkte an. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, gewinnt 0,68 Prozent auf 1718,38 Punkte und der breite SPI 0,63 Prozent auf 14'398,56 Punkte. Innerhalb des SLI werden 28 Titel höher gehandelt und 2 tiefer.
Nach der starken Vorgabe der Nasdaq stehen auch hierzulande mit VAT (+3,2%) und AMS Osram (+2,8%) zwei technologieaffine Titel an der Tabellenspitze.
Das Spitzentrio wird ergänzt durch Adecco (+2,8%). Diese setzen damit ihren seit Juni anhaltenden und im Juli noch beschleunigten Aufwärtstrend fort. Mit einer Jahresperformance von mittlerweile klar über +20 Prozent gehören die Aktien zu den Top 5 innerhalb des SLI. Nicht vergessen darf man indes, dass Adecco mit einem Wertverlust von über einem Drittel im Jahr 2022 zu den grossen Verlieren gehörten. Der heutige Schub dürfte derweil laut Händlern von einer Aufstufung durch Exane BNP Paribas direkt auf "Outperform" von "Underperform" kommen.
Gut gesucht sind überdies UBS (+1,7%), ABB (+1,1%) oder Alcon (+1,3%). Rund 1 Prozent gewinnen auch Holcim, Temenos und Straumann. Letztere scheinen den Boden gefunden zu haben, nachdem die Papiere nach den Halbjahreszahlen von vergangener Woche erst einmal kräftig Federn lassen mussten.
Die beiden Luxusgütertitel Richemont (+0,3%) und Swatch (-0,9%) sind dagegen weniger gesucht, Swatch als einziger Verlierer nebst Lonza (-0,02%). Das Urteil der Analysten zu den am Morgen publizierten enttäuschenden Exportzahlen der Schweizer Uhrenbranche fällt gemischt aus. Die Uhrenexporte seien unter den Erwartungen ausgefallen, hiess es einerseits. Anderseits dürfe aber ein einzelner Monat nicht überbewertet werden, so etwa die ZKB. Die UBS weist darauf hin, dass mehr teure Uhren exportiert worden seien, was vor allem die Domäne von Richemont sei.
Weit hinten sind zudem defensive Titel wie Zurich (+0,1%), Swisscom (+0,2%) oder Roche GS (+0,2%) zu finden. Die beiden anderen Schwergewichte Novartis und Nestlé (je +0,7%) halten sich derweil besser.
Im breiten Markt ziehen - jeweils nach Zahlen - Arbonia (+1,2%), Skan (+1,0%) und Intershop (+0,8%) allesamt leicht an. Strak präsentieren sich Implenia (+4,5%) oder Meyer Burger (+4,1%).
cf/kw