Trump begründete dies mit einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte. Dabei sei der Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktisregion entstanden. Detail dazu sind allerdings nicht bekannt. Zuvor hatte das EU-Parlament im Gegenzug zu Trumps Drohung noch die Ratifizierung des Handelsdeals mit den USA gestoppt. Zudem hat die EU für den heutigen Donnerstag einen Sondergipfel zum Grönland-Kurs einberufen. Wie lange diese Phase der Entspannung nun anhalte, sei angesichts der Sprunghaftigkeit des POTUS sehr ungewiss, meint ein Händler. «Es muss sich erst noch zeigen, wie lange diese Ruhe anhält.» Insgesamt dürfte die politische Unsicherheit hoch und die Lage an den Märkten damit fragil bleiben, meint ein anderer Händler.

Der SMI notiert um 11.05 Uhr um 0,84 Prozent höher auf 13'267,00 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI gewinnt 0,81 Prozent hinzu auf 2152,77 und der breite SPI 0,87 Prozent auf 18'363,40 Zähler. Im SLI stehen 26 Werte im Plus und vier im Minus.

Gefragt sind zum einen Finanzwerte wie Partners Group (+1,5 Prozent), Julius Bär (+1,7 Prozent) und UBS (+1,5 Prozent). Anderseits stehen auch zyklische Werte wie Holcim, Amrize, Kühne+Nagel und Sika mit Gewinnen zwischen 2,0 und 1,1 Prozent weit oben auf der Kurstafel.

Unter den Versicherungen werden Swiss Re (+1,3 Prozent) und Swiss Life (+0,9 Prozent) nach dem schwachen Jahresauftakt gekauft. Zurich (+1,1 Prozent) sind ebenfalls klar im Plus. Der Allbranchenversicherer stösst bei der geplanten Übernahme des britischen Spezialversicherers Beazley weiterhin auf Gegenwehr. Der Verwaltungsrat der Briten lehnt auch die von der Zurich aufgebesserte Offerte ab. Das derzeitige Angebot an die Beazley-Aktionäre hat einen Gesamtwert von knapp 7,8 Milliarden Pfund oder gut 10 Milliarden US-Dollar.

Im Aufwind sind auch die Pharmawerte Roche (+0,8 Prozent), Novartis und Sandoz (je +0,7 Prozent). Auch Nestlé (+0,8 Prozent) setzen zu einer Erholung an. Sie standen zuletzt unter Druck wegen Problemen im Bereich Babymilch.

Auf der anderen Seite büssen Alcon 1,1 Prozent ein. Der Titel konsolidiere den starken Kursanstieg am Vortag, heisst es. Möglicherweise belaste auch die Gewinnwarnung von Carl Zeiss Meditec den Kurs. Der deutsche Medizintechniker überprüft nach einem schwachen Quartal seine Jahresprognose.

Ebenfalls gut ein Prozent im Minus stehen Galderma. Das Dermatologieunternehmen kann die Zusammenarbeit mit Ipsen im Bereich Neuromodulatorenlaut einem Schiedsspruch nun beenden. Dies sei aber kein Grund, die Stirn in Falten zu legen. Denn der Neuromodulator IPN10200 von Ipsen sei erst in einer frühen Forschungsphase.

Den stärksten Aufschlag im breiten Markt gibt es bei Aryzta (+15 Prozent) nach Vorabzahlen. Der Backwarenkonzern hat seine im Oktober gesenkten Ziele für das Geschäftsjahr 2025 erreicht oder gar übertroffen. Das Management erwartet nun fürs laufende Jahr weiteres organisches Wachstum. Damit habe Aryzta den ersten Meilenstein für die Rückgewinnung des Vertrauens gemacht, heisst es bei der ZKB.

Auch die Aktien von Galenica (+0,3 Prozent) werden nach Zahlen höher gehandelt. Dagegen geht es mit Huber + Suhner (-4,9 Prozent) und Schlatter (-3,9 Prozent) ebenfalls nach Zahlen klar bergab.

Derweil setzen die Aktien von Komax (+4,8 Prozent) ihren Aufwärtstrend vom Vortag, ausgelöst durch Vorabzahlen, weiter fort.

pre/rw

(AWP)