Entsprechend richte sich der Fokus der Investoren langsam etwas weg von der Geopolitik und hin zur Berichtssaison, sagte ein Händler. «Man kann fast sagen, der Markt geht langsam zur Tagesordnung über - auch wenn neue Iran-Nachrichten natürlich schnell wieder für Bewegung sorgen können.» Hoffnung und Enttäuschung lägen dicht beieinander.
Mittlerweile rücken auch Konjunkturdaten wieder verstärkt in den Blick. Am Nachmittag dürften insbesondere US-Frühindikatoren wie der Empire State Index oder der NAHB-Index zur Entwicklung des Immobilienmarkts Beachtung finden. Am Abend steht mit dem Beige Book noch der Konjunkturbericht der US-Notenbank Fed an.
Ölpreise und SMI kaum verändert
Bei den Ölpreisen hielt die leichte Entspannung an. Am Vormittag kostete ein Fass der Sorte Brent noch 94,55 US-Dollar, WTI näherte sich am Morgen sogar der Marke von 90 Dollar an. Damit blieben die Preise für das schwarze Gold klar unter der Schwelle von 100 Dollar und mittlerweile deutlich von den Höchstständen aus dem März entfernt.
Gegen 10.50 Uhr steht der SMI mit 0,18 Prozent leicht im Plus bei 13'294,30 Punkten. Gewinner und Verlierer halten sich in etwa die Waage. Der SMIM für die mittelgrossen Werte liegt mit 0,39 Prozent auf 3041,53 Punkte etwas deutlicher im Plus und der breite SPI steigt leicht um 0,23 Prozent auf 18'693,14 Zähler.
Luxusgüter unter Druck
Unter Druck stehen insbesondere die Luxusgüter-Aktien Richemont (-1,5 Prozent) und im SMIM auch Swatch (-2,5 Prozent). Schwache Zahlen der beiden Konkurrenten Kering und Hermes schickten deren Aktien auf Talfahrt und sorgten auch bei den heimischen Vertretern der Branche für entsprechende Verluste.
Zu den Gewinnern im SMI zählen Logitech (+1,7 Prozent). Generell sind an der Börse Vertreter der Tech-Branche gefragt, wie auch die Kursgewinne von VAT (+3,1 Prozent), AMS Osram (+2,6 Prozent), Comet (+3,0 Prozent) oder Inficon (+3,0 Prozent) zeigen. Der niederländische Chipkonzern ASML hatte am Morgen seine Umsatzprognose erhöht. Am morgigen Donnerstag dürfte die Branche weiter im Fokus bleiben, wenn der taiwanesische Halbleiterkonzern TSMC Zahlen vorlegt.
An der Indexspitze im SMI stehen derweil Partners Group (+2,4 Prozent) ohne Nachrichten. Derweil können Givaudan (-0,5 Prozent) frühe Gewinne nicht halten, trotz einer Hochstufung durch JPMorgan und weiterer Reaktionen auf die Zahlen am Vortag.
Für die Aktien der Swisscom (-0,8 Prozent) geht es nach einer Abstufung durch Exane BNP Paribas nach unten. Allerdings hatten die Titel des Telekom-Konzerns dem rauen Marktumfeld zuletzt gut getrotzt, ähnlich wie Konkurrent Sunrise (-1,7 Prozent). Diese werden allerdings ebenfalls von den Analysten abgestuft.
Helvetia Baloise erstmals mit Zahlen
Im SMIM steht insbesondere die Aktie des neu fusionierten Versicherungsriesen Helvetia Baloise (+0,3 Prozent) im Fokus, nachdem das Unternehmen erstmals gemeinsame Zahlen vorlegte. Zudem strebt das Unternehmen eine höhere Effizienz an und will deutlich höhere Dividenden zahlen. Die frühen Gewinne sind mittlerweile aber zusammengeschmolzen.
Kräftig nach oben geht es bei den kleineren Werten für die Aktien von Cosmo (+7,0 Prozent). Hintergrund sind neue, positive Studiendaten zum Haarausfall-Mittel Clascoterone. Analysten betonten vor allem das gesunkene Entwicklungsrisiko.
HT5 (+13,5 Prozent) schnellen nach Abschluss der Kapitalerhöhung im Vorfeld der Fusion mit Centiel nach oben. Der Handelsstart der Centiel-Aktien ist für den Freitag geplant.
dm/rw
(AWP)

