Starke Geschäftszahlen von Microsoft hatten der US-Techbörse Nasdaq am gestrigen Donnerstag eine starke Erholung beschert, die bereits an den asiatischen Märkten für Aufschwung sorgte. Von den nachbörslich vorgelegten Zahlen haben vor allem die von Amazon die Stimmung weiter gestützt. «Die Entwicklung nimmt in Teilen bereits verrückte Züge an», kommentiert ein Händler. 

Derweil bleibt das geopolitische Umfeld ein permanenter Risikofaktor. «Das Pulverfass im Nahen Osten sorgt für hohe Ausschläge am Energiemarkt», so ein Händler. Die Stimmung schwanke entsprechend zwischen Eskalationsangst und Erleichterung. «In Kombination mit der Furcht vor einer geldpolitischen Straffung des Fed im September bleibt die Volatilität hoch.» Immerhin verkündete US-Präsident Donald Trump die Einigung zur Entwaffnung der islamistischen Hamas im Gazastreifen.

Der Leitindex SMI gewinnt gegen 11.10 Uhr 0,34 Prozent auf 14'440,88 Punkte. Damit steuert er auf ein Wochenplus von etwa 0,8 Prozent zu. Für den gesamten Monat liegt das Plus aktuell bei gut 1,7 Prozent. Der Mid-Cap-Index SMIM der mittelgrossen Werte legt um 0,29 Prozent auf 3154,86 Punkte zu und der breite SPI um 0,31 Prozent auf 20'309,05 Punkte.

Hohe Erwartungen bei Holcim

Von den 20 SMI-Einzelwerten notiert die Mehrzahl (14) im Plus. Das Verliererfeld führen Holcim (-2,3 Prozent) nach einem zunächst starken Start an. Der Baustoffhersteller hat mit den Zahlen die Erwartungen übertroffen und den Ausblick nach oben eingegrenzt. Allerdings seien die Erwartungen an den Ausblick wohl noch etwas ambitionierter gewesen, heisst es im Handel.

Getragen von der Stärke im Techsektor ziehen ABB (+2,1 Prozent) kräftig an. In den hinteren Reihen geht es für VAT, Inficon und AMS Osram um bis zu 5,1 Prozent aufwärts.

Neben ABB gewinnen auch die UBS (+0,9 Prozent) und Sika (+0,8 Prozent) hinzu. Beide hatten im Laufe dieser Woche Zahlen vorgelegt. Dabei war die Reaktion auf Sika allerdings deutlich euphorischer, wie das sich abzeichnende prozentual zweistellige Wochenplus zeigt.

Als Stütze für den Gesamtmarkt erweise sich die beiden Pharmaschwergewichte Novartis (+0,8 Prozent) und Roche (+0,7 Prozent). Sie bilden damit ein starkes Gegengewicht zu den schwachen Nestlé (-1,2 Prozent).

Noch stärker als Nestlé verlieren Swisscom, Givaudan und Logitech, wie die Abgaben von bis zu 1,4 Prozent zeigen. Auch Logitech hat in dieser Woche Zahlen vorgelegt. Zuliefererprobleme hatten dabei zunächst die an sich soliden Zahlen überschattet.

Für Clariant geht es weiter aufwärts

Bei den mittelgrossen Werten setzen Clariant (+2,2 Prozent) ihren Aufwärtstrend fort, wenn auch etwas weniger dynamische als am Vortag (+16 Prozent). Nachdem die Papiere am Vortag dank einer abgewiesenen Klage von der Erleichterung am Markt profitierten, stehen nun die Halbjahreszahlen im Blick. Diese waren sehr solide - weshalb der Chemiekonzern seine Ziele bestätigt hat. Helfen sollen nicht zuletzt verschärfte Sparmassnahmen.

Unter den grösseren Gewinnern im SMIM sind auch Sonova (+2,0 Prozent) zu finden. Hier machen die guten Zahlen vom Konkurrenten Amplifon Hoffnung.

Während übrige Schweizer Techwerte zum Wochenschluss zulegen, notieren die Papiere von Comet (-0,8 Prozent) nach Zahlen mittlerweile im Minus. Der Umsatz entsprach den Erwartungen der Analysten, während Bestelleingang und Profitabilität leicht positiv zu überzeugen wussten. Angesichts einer bisherigen Jahresperformance von +50 Prozent dürften Gewinnmitnahmen mit für die Verluste verantwortlich sein.

Klar verschnupft reagieren Investoren unterdessen auf die Zahlen von Coltene (-4,8 Prozent) und auch Medacta (-1,2 Prozent) werden gemieden.

hr/cg

(AWP)