Eine gewisse Unterstützung kommt von Äusserungen des US-Präsidenten, wonach er Öl- und Gastransporte in der Strasse von Hormus mit der eigenen Marine schützen wolle. Letztendlich sei die entscheidende Frage nicht das Risiko einer militärischen Eskalation, sondern ob die Unterbrechung der Ölversorgung dauerhaft werde, heisst es denn auch in einer ersten Zwischenbilanz des Asset Management des Vermögensverwalters Amundi. Solange die Lieferungen weiterliefen, würden die Märkte eher mit anhaltender Volatilität als mit einem strukturellen Bärenmarkt konfrontiert sein.
Aktienindizes höher - aber auch Volatilität bleibt hoch
Der SMI steht um 10.50 Uhr 0,77 Prozent höher bei 13'508,41 Punkten. Das Tageshoch lag gar bei 13'531 Zählern und wurde in den ersten Handelsminuten markiert. Am Montag und Dienstag hatte der SMI wegen der neuen Kriegswirren über 600 Punkte oder mehr als 4 Prozent eingebüsst, wobei er am Freitag erstmals über 14'000 Punkten und damit so hoch wie noch nie geschlossen hatte.
Innerhalb des SMI legen 16 Titel zu und 4 geben nach. Der SMIM-Index für die mittelgrossen Werte zieht um 0,42 Prozent auf 3060,62 Punkte an und der breite SPI um 0,72 Prozent auf 18'603,18 Punkte. Der Volatilitäts-Index VSMI ist gleichzeitig etwas gesunken, verbleibt aber bei über 22 Punkten auf einem derart hohen Niveau, wie es zuletzt im April 2025 der Fall war.
Beruhigung beim Ölpreis und bei Metallen
Etwas beruhigt hat sich die Situation auch beim Öl. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent steht aktuell bei rund 83,80 Dollar und damit unter dem zwischenzeitlichen Höchst vom Vortag bei rund 85 Dollar. Ähnlich sieht die Situation bei den Edelmetallen aus, sowohl Gold als auch Silber notieren derzeit klar unter den Spitzenwerten vom Montag.
Defensive helfen
Getragen wird der Erholungsversuch des Gesamtmarktes insbesondere von den Pharmaschwergewichten Roche (+1,5 Prozent) und Novartis (+0,9 Prozent). Aber auch Nestlé (+0,6 Prozent) tragen einen guten Teil zu den Gewinnen bei.
Spitzenreiter im SMI sind derzeit allerdings Alcon (+1,7 Prozent), welche von einer bestätigten Kaufempfehlung durch Goldman Sachs profitieren. Insgesamt zeigt sich die US-Bank sehr überzeugt von den weiteren Wachstumschancen des Augenheilmittel-Spezialisten.
Ähnlich hoch sind noch die Avancen von Logitech und Swiss Life (je +1,5 Prozent). Zurich (+1,3 Prozent) holen einen Teil der markanten Vortagesverluste von über 6 Prozent wieder auf.
Bauwerte weniger gesucht
Zu den wenigen Verlierern gehören die baunahen Werte Sika (-0,9 Prozent) am Tabellenende und Geberit (-0,2 Prozent), während Holcim (+0,1 Prozent) und Amrize (+0,3 Prozent) nur leicht vorrücken.
Im breiten Markt erhält der jüngste Aufwärtstrend der volatilen Temenos (+1,9 Prozent) von einer Aufstufung durch Barclays auf «Overweight» von «Equal Weight» Rückenwind. Temenos gewinne weiterhin Marktanteile in einem strukturell wachsenden Markt, heisst es bei der britischen Bank unter anderem zur Begründung.
Implenia (+3,9 Prozent) halten sich nach gut aufgenommenen Jahreszahlen noch besser.
cf/rw
(AWP)

