Über das Wochenende hatte US-Präsident Donald Trump seine Warnung vor einer «völligen Zerstörung» aller iranischen Kraftwerke und Brücken bekräftigt, falls Teheran nicht bis Mittwochnacht 2.00 Uhr MESZ die Strasse von Hormus öffnet. Im Gegenzug verspottete ein Sprecher der iranischen Militärführung dies als «haltlose Drohungen» eines «wahnhaften» Präsidenten.
Händler sprachen von einem «Ritt auf der Rasierklinge». Das geopolitische Pulverfass im Nahen Osten halte Anleger und Investoren weiterhin im Würgegriff. «Von einer plötzlichen diplomatischen Lösung bis hin zur extremen Eskalation scheint derzeit jedes Szenario denkbar», so ein Börsianer. Die Schwankungen dürften durchaus zunehmen, während das Ende des Ultimatums immer näher rückt. Die im Tagesverlauf anstehende Konjunkturdaten böten zwar eigentlich interessante Marktimpulse, seien aktuell aber zweitrangig.
SMI schwingt nach oben
Der SMI stiess nach einem verhaltenen Start, der mehrheitlich im roten Bereich erfolgte, kurz nach 10 Uhr klar in die Gewinnzone vor. Um 10.50 Uhr notiert er 0,49 Prozent im Plus bei 13'045,53 Punkten. Der SMIM für die mittleren Werte steigt nach frühen Verlusten nun 0,26 Prozent auf 2956,96 Punkte und der breite SPI um 0,49 Prozent auf 18'212,82 Punkte.
Im grünen Bereich sind die defensiven Werte zu finden. So ziehen Givaudan (+1,8 Prozent), Swiss Re (+1,6 Prozent) und Schwergewicht Nestlé (+1,4 Prozent) an. Indes geben die Bauwerte Holcim (-0,1 Prozent) und Amrize (-0,1 Prozent) nach. Bei Sika (+0,8 Prozent) übertrumpft die bekräftigte Kaufempfehlung der UBS offenbar die Kurszielsenkung durch Barclays.
An der Indexspitze zeigen sich Logitech (+2,1 Prozent) nach Rekordergebnissen des südkoreanischen Elektronikkonzerns Samsung - auch wenn dessen Aktien nach ersten Gewinnen klar ins Minus gefallen waren. Auch VAT (+0,5 Prozent) liegen im Plus, AMS Osram (+4,9 Prozent), Comet (+3,8 Prozent) und auch Inficon (+1,3 Prozent) legen teils kräftig zu.
Die Pharmawerte standen angesichts der neuen Zolldrohungen gegen Medikamente der USA anfangs leicht unter Druck, arbeiten sich nun aber teilweise ins Plus vor. Zumal Roche (+0,1 Prozent) und Novartis (-0,6 Prozent) bereits im Dezember mit der Trump-Regierung ihre eigenen Abkommen geschlossen haben. Zudem besteht ein Handelsabkommen mit der Schweiz, was die möglichen Zölle auf 15 Prozent beschränkt. Sandoz (-0,1 Prozent) als Generikahersteller sollte zunächst auch nicht betroffen sein.
Ems mit Zahlen
Die heimische Berichtssaison zum ersten Quartal wurde von Ems-Chemie (-1,3 Prozent) in der zweiten Reihe eingeläutet. Die Umsatzzahlen lagen unter den Erwartungen. Analysten werten indes die Angaben zur Gewinnentwicklung positiv und auch die bestätigte Prognose für das Gesamtjahr wird goutiert.
Implenia (+0,8 Prozent) haben sich ins Plus vorgearbeitet. Der Baukonzern hat einen Auftrag im Umfang von über 200 Millionen Euro in Deutschland an Land gezogen.
Kräftige Verluste müssen indes Montana Aerospace (-6,9 Prozent) wegstecken. Kepler Cheuvreux kappt die Einstufung auf «Hold» von «Buy». Die Erwartungen, dass die Umwandlung in ein Luft- und Raumfahrtunternehmen sowie die Bilanzsanierung deutliches Aufwärtspotenzial bieten würde, seien nicht erfüllt worden, so die Analysten.
dm/rw
(AWP)

