Der Konflikt habe die anfängliche Schockphase überwunden, heisst es indes in einem Marktkommentar des Vermögensverwalters Candriam. Derzeit sei er von einer Abfolge wiederholter Eskalationen, teilweiser Deeskalationen und anhaltender Störungen geprägt. Die Ölpreise blieben zwar hoch, die Schifffahrtswege seien weiterhin beeinträchtigt und die Inflationserwartungen gestiegen. Die Aktienmärkte hätten sich jedoch weitgehend vom anfänglichen Schock erholt und würden nicht mehr automatisch auf jede geopolitische Schlagzeile reagieren. Würden sich die Hinweise auf eine Übertragung des Konflikts auf die globale Wirtschaft verstärken, könnte es zu einer Neubewertung der Risiken kommen. Am Nachmittag gibt es diesbezüglich mit einer Reihe von Daten aus den USA neue Hinweise.
Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 10.55 Uhr 1,32 Prozent tiefer bei 13'447,21 Punkten. 17 der 20 SMI-Titel geben dabei nach. Der SMIM der mittelgrossen Werte büsst 0,58 Prozent auf 2986,65 Punkte ein und der breite SPI 1,15 Prozent auf 19'009,03 Zähler.
Laut BNP Paribas Schweiz befindet sich für den SMI nach dem Absinken unter 13'500 die nächste charttechnische Unterstützung beim April-Hoch von 13'427.
Ölpreise wieder klarer unter 100 US-Dollar
Der Ölpreis zeigt sich am Berichtstag etwas volatil, notiert aber mittlerweile wieder unter 97 Dollar und damit etwas weiter entfernt von der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar.
Geschlossen am Tabellenende des SMI notieren derzeit die Schwergewichte Nestlé (-2,4 Prozent), Roche (-2,0 Prozent) und Novartis (-1,8 Prozent). Roche wurden zwar schon an den beiden Vortagen verkauft, alle drei sind aber in den beiden Vorwochen gut gelaufen. Es werden also Gewinne mitgenommen.
Alcon (-1,6 Prozent) geben ebenfalls klar nach. Der Titel hat zwar ebenfalls in den beiden Vorwochen einen Erholungsversuch gestartet, notiert aber noch nicht weit über dem Jahrestief von Mitte Mai. Seit Jahresbeginn hat er gemeinsam mit Geberit am meisten Terrain eingebüsst. Letzter liegen derzeit mit einem Tagesminus von 0,8 Prozent im breiten Mittelfeld.
Je rund 1 Prozent abwärts geht es mit Holcim und Lonza sowie den Versicherern Zurich und Swiss Re.
An der Tabellenspitze finden sich Amrize (+0,2 Prozent), ABB und Logitech (je +0,1 Prozent) als einzige Gewinner. Nebst Logitech halten sich auch VAT (-0,3 Prozent) klar besser als der Gesamtmarkt, etwas gestützt vom Rückenwind durch die guten Zahlen von Micron und der Abwendung des Generalstreiks bei Südkoreas grösstem Konzern Samsung.
Im breiten Markt geben Galenica (-0,2 Prozent) nach Zahlen leicht nach und halten sich damit besser als der Gesamtmarkt. Die Gruppe ist Analysten zufolge gut in das neue Jahr gestartet und bekräftigte die für 2026 gesetzten Ziele. Überraschungen - positive wie negative - blieben aus.
Lem (+4 Prozent) ziehen derweil den dritten Tag in Folge deutlich an. Befeuert werden die Gewinne von Übernahmefantasien und weiteren Kurszielerhöhungen.
cf/ra
(AWP)
