Der Krieg zwischen den USA und Israel mit dem Iran ist inzwischen in der siebten Woche angelangt. Trotz des Scheiterns einer ersten Verhandlungsrunde am Wochenende ist zuletzt wieder etwas Optimismus zurückgekehrt. Auslöser waren Aussagen von US-Präsident Donald Trump, wonach Teheran erneut Gesprächsbereitschaft signalisiert habe und eine Einigung anstrebe. Gleichzeitig erhöhen die USA mit der Blockade der Strasse von Hormus den Druck - ein Schritt, der Irans bisher wichtigstes Druckmittel gezielt schwächen soll.

Der Weg zur Deeskalation dürfte aber holprig bleiben, und eine erneute Eskalation ist laut einem Kommentar der UBS nicht ausgeschlossen. Allerdings hätten beide Seiten ein Interesse an einer Lösung. Damit stiegen die Chancen, dass das «Worst-Case-Szenario» - eine länger anhaltende Schliessung der Meerenge sowie weiteren Schäden an ziviler und Energieinfrastruktur - abgewendet werden könnte.

Ölpreis unter 100 Dollar

Energiepreise bleiben derweil ein entscheidender Faktor für die Märkte. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni befindet sich derzeit mit 99 Dollar wieder knapp unter der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar. Laut Marktbeobachtern dürften die Ölpreise auch weiterhin hoch bleiben. Allerdings liege das Niveau aktuell weit unter den Höchstständen im März, was die Marktsorgen hinsichtlich Inflation und Zinserhöhungen etwas lindern dürfte.

Am Dienstag richten sich die Blicke auf wichtige US-Konjunkturdaten. Im Fokus stehen insbesondere die Erzeugerpreise (PPI) für März, die Hinweise auf den weiteren Inflationsverlauf liefern dürften. Zudem legen mit JPMorgan und Citigroup weitere US-Grossbanken ihre Quartalsberichte vor, nachdem zum gestrigen Wochenstart Goldman Sachs den Zahlenreigen mit insgesamt soliden Resultaten eröffnet hatte.

Quartalszahlen im Fokus

Der SMI gewinnt gegen 11.00 Uhr 0,78 Prozent auf 13'248,50 Punkte. Der SMIM für die mittelgrossen Werte steigt noch deutlicher um 1,08 Prozent auf 3036,74 Punkte und der breite SPI um 0,96 Prozent auf 18'629,01 Zähler. Bereits zu Wochenbeginn hatten die europäischen Börsen angesichts der freundlichen Wallstreet ihre anfänglichen Verluste bis zum Handelsende deutlich eingedämmt.

Mit der anhaltenden Waffenruhe würden sich die Anleger wieder verstärkt auf wirtschaftliche Daten konzentrieren, heisst es am Markt. Auch die Unternehmensnachrichten rückten wieder verstärkt in den Fokus, zumindest vorübergehend.

Von den 20-SMI-Titeln können 17 Titel zulegen. Grösster Verlierer sind Swiss Re (-3,6 oder -5 Franken), allerdings handeln die Papiere Ex-Dividende (8 USD). Defensive Werte wie Novartis (-0,1 Prozent) und Roche (+0,1 Prozent) sowie Swisscom (-0,2 Prozent) erweisen sich mit einer klar unterdurchschnittlichen Entwicklung als Bremsklötze.

Grösster Gewinner bei den Bluechips ist Sika (+9,0 Prozent). Der Bauzulieferer hat für das erste Quartal 2026 Umsatzzahlen vorgelegt, die besser als erwartet ausgefallen sind. Ebenfalls in die Höhe schnellen Givaudan (+6,2 Prozent), wobei auch der Aromen- und Riechstoff-Konzern beim organischen Wachstum positiv überrascht hat.

Comet mit Kurssprung

Auch in der zweiten Reihe verleihen Quartalszahlen positiven Schub. Besonders deutlich legen etwa Comet (+11,0 Prozent) nach starken Zahlen zum Auftragseingang zu. Im Schlepptau sind andere Techwerte wie VAT (+1,7 Prozent), Sensirion (+4,1 Prozent) oder Inficon (+3,0 Prozent) überdurchschnittliche Gewinner. Auch bei Cicor (+8,9 Prozent) werden die Quartalszahlen äusserst positiv aufgenommen.

Weiter profitieren Temenos (+5,7 Prozent) von einer Kaufempfehlung der Citigroup. Die Analysten stufen das Geschäftsmodell von Temenos in einer Studie als relativ robust gegenüber KI-Risiken ein.

Auch Polypeptide (+5,0 Prozent) können an die Vortagesgewinne anknüpfen. Medienberichten zufolge hat der Peptidhersteller das Interesse mehrerer Private-Equity-Investoren geweckt und heute hat das Unternehmen die «Prüfung strategischer Optionen» bestätigt. Im Sog legen auch Bachem (+4,6 Prozent) deutlich zu.

an/hr

(AWP)