Von einer Deeskalation sind die Kriegsparteien jedenfalls weit entfernt. Sollte es zu einer Ausweitung der Angriffe kommen, dürften die Rohölpreise erneut massiv ansteigen und die befürchteten Preisniveaus oberhalb von 120 US-Dollar erreichen, heisst es in einem Kommentar von CMC Markets. Langfristig könnten sich die Notierungen dann dort festsetzen und so entsprechende negative Folgen für Inflations- und Wirtschaftsentwicklungen nach sich ziehen. Die Anleger beginnen zu begreifen, dass sich dieser Schock nicht auf Öl beschränkt, sondern sich über die Transport-, Produktions- und Verbrauchskosten auf die gesamte Wirtschaft ausbreitet«
SMI-Minus von 14 Prozent seit Kriegsbeginn
Der SMI notiert gegen 11.15 Uhr 1,90 Prozent tiefer bei 12'086,68 Zählern, das Tagestief und damit neue Jahrestief steht mit 12'068 noch etwas darunter. Seit dem Kriegsbeginn beträgt das Minus fast 14 Prozent - und bis zur psychologisch wichtigen Marke von 12'000 Punkten fehlt weniger als 1 Prozent.
Der SMIM-Index für die mittelgrossen Werte sinkt derweil um 2,26 Prozent auf 2763,90 Punkte und der breite Markt gemessen am SPI-Index um 1,96 Prozent auf 16'864,57 Punkte. Dass die Anlegerschaft sehr nervös ist, zeigt sich auch am Volatilitätsmass VSMI, dem sogenannten Angstbarometer, das erneut 6 Prozent auf über 26 Punkte zulegt und damit auf dem höchste Stand seit dem »Liberation Day« von Donald Trump im April letzten Jahres steht.
Neben dem Schweizer Markt verlieren auch der deutsche Dax, der französische CAC 40 und der britische FTSE 100 in ähnlichem Ausmass wie der SMI. Noch deutlicher abwärts geht es für Gold (-5,3 Prozent) und Silber (-7,3 Prozent), da die Inflationserwartungen mit dem gestiegenen Ölpreis zugenommen haben.
19 von 20 SMI-Title im Minus
Aktuell stehen bis auf einen alle SMI-Titel im roten Bereich. Die grössten Verluste sind bei den konjunktursensitiven Werten wie Sika (-4,5 Prozent), ABB (-4,0 Prozent), Amrize (-3,5 Prozent) sowie Holcim (-3,1 Prozent) zu finden, wobei bei ABB der Dividendenabgang das Minus verstärkt. Auch die Schwergewichte Nestlé, Roche und Novartis büssen nach den bereits starken Abgaben letzte Woche erneut je rund 1,5 Prozent.
Einziger SMI-Wert im Plus sind Richemont (+0,7 Prozent), wobei keine fundamentalen Gründe dafür vorhanden sind. Die Papiere des Genfer Luxusgüter-Herstellers sind im bisherigen Jahresverlauf mit einem Minus von 24 Prozent (Freitagabend) grösster Jahresverlierer. Klar überdurchschnittlich sind auch Swisscom (-0,5 Prozent). Die Titel des grössten Schweizer Telekomanbieters sind mit Abstand der beste SMI-Wert im bisherigen Jahresverlauf mit einem Plus von noch immer fast 20 Prozent.
Sonova sehr schwach
Unter den SMIM-Werten sind derweil Sonova (-7,1 Prozent) am schlechtesten platziert. Der Hörgeräte-Hersteller hat vorbörslich ein Strategie-Update veröffentlicht und dabei den Verkauf seiner Audio-Sparte (Sennheiser) angekündigt. Die neuen Mittelfristziele wurden im Markt als »ambitioniert" bezeichnet.
Recht gut halten sich die Titel der beiden Immobiliengesellschaften PSP und SPS sowie Lindt&Sprüngli mit Abgaben von je rund einem halben Prozent.
uh/hr
(AWP)

