Dazu kommen die Kursausschläge bei den Edelmetallen und zuletzt beim Bitcoin. Dieser war am Vortag massiv eingebrochen und hatte sich im US-Handel der Marke von 60'000 US-Dollar genähert. Ein Starinvestor warnt nun vor einer «Todesspirale» bei der bekanntesten Kryptowährung. Dazu kommt, dass die eigentlich für heute angesetzte Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten wegen des teilweisen Shutdowns in den USA auf kommende Woche verschoben wurde. «Das sorgt vor dem Wochenende noch zusätzlich für Verunsicherung», sagt ein Händler. Die Daten wären wichtig, um sich ein Bild von der möglichen Geldpolitik machen zu können. «Zinsängste, die Auflösung hoch gehebelter Positionen und Gewinnmitnahmen lasten auf den Märkten», fasst ein anderer Händler die Stimmung zusammen.
Der SMI, der am Mittwoch noch auf 13'588 Punkten ein Rekordhoch markiert hatte, notiert um 11.20 Uhr um 0,59 Prozent tiefer auf 13'386,97 Punkten. Damit weist der Leitindex noch immer eine positive Wochenbilanz von rund 1,4 Prozent auf.
Der 30 Titel umfassende SLI fällt um 0,56 Prozent auf 2136,10 und der breite SPI um 0,55 Prozent auf 18'481,29 Zähler. Im SLI büssen 24 Aktien an Wert ein und sechs legen zu.
Unter Druck stehen Life Sciences Werte wie Galderma, Sonova, Alcon und Lonza mit Einbussen zwischen 2,9 und 1,2 Prozent. Auch die beiden Pharmariesen Novartis (-0,8 Prozent) und Roche (GS -0,8 Prozent) können sich dem Negativtrend nicht entziehen. Ein Händler verweist in diesem Zusammenhang auf die schwachen US-Branchenvorgaben, der Konkurrenz durch Generika sowie durch neue Vertriebskanäle.
Die Aktien der Partners Group (-0,4 Prozent) geben ebenfalls klar nach. Hier monierten Händler, dass der Vermögensverwalter an Softwareunternehmen beteiligt sei, deren Wert wegen KI etwas angezweifelt werde.
Während sich die Aktien des Technologiekonzern VAT (-0,04 Prozent) nach einem schwachen Start inzwischen fast erholt haben, notieren am breiten Markt die Mitbewerber Cicor und Comet um rund 2,5 Prozent im Minus. Derweil lasten die Sorgen rund um die KI-Gefahren sichtbar auf den Aktien der beiden Softwarespezialisten Temenos (-2,3 Prozent) und SoftwareOne (-2,4 Prozent).
Unter Druck stehen auch Finanzwerte wie die UBS (-1,9 Prozent), während sich die Versicherer Swiss Life (-0,2 Prozent) Swiss Re (-0,2 Prozent) oder Zurich (-0,4 Prozent), nach der Schwäche zum Jahresanfang nun etwas besser schlagen.
Dagegen erfreuen sich die zyklischen Bauwerte Amrize (+2,2 Prozent) und Holcim (+1,6 Prozent) einer regen Nachfrage. Mit den Aktien der Generikaspezialistin Sandoz (+0,4 Prozent), dem Schokoladehersteller Lindt & Sprüngli (PS +0,4 Prozent) und dem Medtechunternehmen Straumann (+2,6 Prozent) reihen sich auch einzelne defensive Werte bei den Gewinnern ein.
Bei den nicht SMI-Werten schiessen LEM (+16 Prozent) nach Zahlen nach oben. Auch Vontobel (+4,6 Prozent) reagieren positiv auf das Zahlenset. Der Vermögensverwalter hat 2025 den Gewinn erhöht und dank eines starken Geschäfts mit Privatkunden deutliche Neugeldzuflüsse verbucht.
Die Aktien der EMS Chemie (-2,9 Prozent) geben dagegen nach Zahlen nach. Der Chemiekonzern hat 2025 bei einem etwas tieferen Umsatz den Gewinn abermals gesteigert. Hier dürften aber auch die enttäuschenden Stellantis-Zahlen die Stimmung trüben, meint ein Händler und verweist auf Autoneum (-3,4 Prozent). Denn mit letzterem steht ein weiterer Autozulieferer unter Druck.
pre/hr
(AWP)

