Am Vorabend hatte die US-Regierung dem Iran mit noch härteren Angriffen gedroht, sollte die Führung des Landes nicht nachgeben. Trump sei trotz der Verhandlungen bereit, «die Hölle» im Iran losbrechen zu lassen. Nun meldet die Nachrichtenseite «Axios», dass sich das Pentagon auf den «final blow» gegen den Iran vorbereite. Dies könne auch den Einsatz von Bodentruppen sowie massive Luftschläge beinhalten, schreibt das Portal unter Berufung auf Kreise. Bereits am Vortag hatten die USA die Verlegung von speziellen Luftlandekräften in die Region angeordnet. Händler warnen, der Krieg dürfte eskaliere, sobald amerikanische Stiefel iranischen Boden berühren würden.
Ölpreis wird zur Belastung
Auch die kurze Entspannung beim Ölpreis scheint bereits wieder Geschichte zu sein. Der Preis für ein Fass der Sorte Brent ist mit zuletzt 106 US-Dollar wieder klar über die Marke von 100 Dollar zurückgeklettert. Je länger der Preis so hoch bleibt, desto mehr stelle der Ölpreis ein echtes Inflationsrisiko dar und bremse zusehends die Wirtschaft aus, heisst es am Markt. Das habe sich bereits in einigen deutlich eingetrübten Stimmungsindikatoren gezeigt.
Für den SMI geht es gegen 10.50 Uhr um 0,89 Prozent auf 12'604,54 Punkte nach unten. Damit liegt der Leitindex auch wieder knapp unter der charttechnischen Unterstützung durch die 200-Tage-Linie, die aktuell bei 12'611 Punkte verläuft. Der SMIM für die mittleren Werte gibt um 0,90 Prozent auf 2872,45 Punkte nach, während der breite SPI 0,79 Prozent auf 17'602,40 Punkte verliert.
Kühne+Nagel als Profiteur
Einer der Profiteure der Krise ist der Logistiker Kühne+Nagel (+0,9 Prozent) an der SMI-Spitze. Durch die Sperrung der Strasse von Hormus werden Logistiklösungen komplexer und die Dienstleistungen des Unternehmens gefragter. Steigende Frachtraten sorgen laut Analysten ebenfalls für höhere Gewinne. Analysten wie Goldman Sachs heben daraufhin ihr Kursziel.
Am Indexende der Bluechips liegen Sika (-3,2 Prozent oder -4,20 Fr.). Allerdings schüttet der Bauchemiehersteller am heutigen Handelstag seine Dividende in Höhe von 3,70 Franken aus. Ansonsten geben ABB (-1,8 Prozent) am stärksten nach. Aber auch UBS (-1,5 Prozent), Swiss Re (-1,4 Prozent) oder Holcim (-1,4 Prozent) sind schwach.
Bei den Midcaps fallen auch Schindler PS (-2,8 Prozent oder -7,40 Fr.) wegen des Dividendenabschlags von 6,80 Franken auf. Derweil halten sich Galderma (+0,4 Prozent) und die defensiven Lindt & Sprüngli PS (+0,1 Prozent) knapp im grünen Bereich.
Cevian erhöht bei SIG
SIG (+0,1 Prozent) rücken nach den Hochstufungen der vergangenen Tage nun erneut in den Blick. Der bekannte aktivistische Investor Cevian hat seinen Anteil am Verpackungsspezialisten auf mittlerweile gut 5,6 Prozent erhöht.
Für die Swissquote-Aktien (-1,8 Prozent) geht es indes trotz eines positiven Analystenkommentars weiter quasi ungebremst abwärts. Baader Europe hat die Titel auf «Add» hochgestuft.
In der zweiten Reihe legten noch eine Reihe von kleineren Unternehmen Zahlen vor. Darunter ist der Asset Manager GAM (Aktie -8,7 Prozent), der erneut tiefrote Zahlen schrieb.
dm/ys
(AWP)

