Iranische Medien berichteten am Vormittag über eine neue Angriffswelle in der Hauptstadt Teheran. Und ein israelischer Minister hielt sogar eine Zuspitzung des Konflikts für möglich. «Wir wissen, dass es in den kommenden Tagen zu einer Eskalation kommen könnte», sagte er gegenüber einem Radiosender.
Weiter meinte er, dass der Krieg noch viele Wochen dauern könne. Davor hatte US-Präsident Donald Trump einmal mehr für Unruhe gesorgt: Er drängte die Nato-Verbündeten mit konfrontativen Worten zur Unterstützung bei der Sicherung von Öltransporten.
Ölpreis klar über 100 Dollar
Es gebe nach wie vor keine Entspannungssignale, fasst ein Marktbeobachter die Lage zusammen. Dies gelte insbesondere für die Strasse von Hormus. Der Ölpreis (Brent) notiert denn auch weiter um die Marke von 105 US-Dollar pro Fass.
Der Schweizer Leitindex SMI gibt um 11.10 Uhr 0,62 Prozent nach auf 12'759,39 Punkte. Der SMIM-Index für die mittelgrossen Werte sinkt um 0,94 Prozent auf 2913,79 und der breite SPI um 0,69 Prozent auf 17'769,60 Zähler. Auch an anderen europäischen Handelsplätzen - etwa Frankfurt oder Paris - geht es abwärts.
In der vergangenen Woche hatte der SMI ein Minus von 2,0 Prozent erlitten. Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar summieren sich die Abgaben inzwischen auf rund 9 Prozent.
15 der 20 Blue Chips erleiden Abgaben. Angeführt wird das Verliererfeld bei den Blue Chips von Richemont (-2,1 Prozent), Partners Group (-1,8 Prozent) und Sika (-1,6 Prozent).
UBS und Sonova deutlich unter Druck
Dahinter folgen die UBS-Papiere (-1,5 Prozent). Laut einem Bericht des «Sonntagsblick» bleibt Finanzministerin Karin Keller-Sutter hart. Sie will demnach im April eine schärfere Eigenmittelverordnung vorlegen und hat dafür eine Mehrheit im Bundesrat hinter sich. Die UBS-Aktie hat inzwischen seit dem Mehrjahreshoch von Mitte Januar bei über 38 Franken knapp ein Viertel an Wert eingebüsst.
Mehr als ein Prozent abwärts geht es ausserdem noch mit Alcon und ABB.
Das kleine Gewinnerfeld wird derweil von Holcim (+1,3 Prozent) angeführt, die von einer bestätigten «Buy»-Empfehlung durch die UBS-Experten profitieren. Aufwärts geht es auch mit den Zurich-Titeln (+0,7 Prozent), für die ebenfalls positive Analystenkommentare vorliegen.
Bei den mittelgrossen Titeln sind Sonova (-4,5 Prozent) im Fokus, nachdem der Konkurrent GN sein Hörgerätegeschäft an Amplifon verkauft hat. Das sorgt bei Investoren für Verunsicherung und in der Folge für Kursverluste bei Sonova. Allerdings relativieren Analysten: Längerfristig könnte der Deal dem Konzern aus Stäfa sogar in die Hände spielen.
Schock bei Idorsia
Am breiten Markt brechen indes Idorsia (-13,7 Prozent) regelrecht ein. Nach nicht einmal einem Jahr im Amt tritt Srishti Gupta als CEO zurück. Laut Firmenangaben gab es unterschiedliche Auffassungen zwischen ihr und dem Verwaltungsrat. Nun übernimmt Firmengründer Jean-Paul Clozel interimistisch das Zepter.
Auch die Aktien von Tecan (-4,6 Prozent) sind unter Druck und notierten phasenweise auf einem Zehnjahrestief. Wegen Wertminderungen ist der Laborausrüster 2025 in die Verlustzone gerutscht. Nun hat er einen Transformationsprozess gestartet.
Auffällige Verluste erleiden ausserdem Stadler Rail (-5,1 Prozent) nach einer Kurszielsenkung durch Kepler Cheuvreux nur zwei Tage vor der Zahlenpräsentation.
Aufwärts geht es dafür mit HT5 (+12 Prozent), für die es Details zum Reverse Takeover mit Centiel gibt. Gefragt sind ausserdem Medartis (+8,1 Prozent) sowie Bioversys (+4,8 Prozent) nach einem positiven FDA-Entscheid.
rw/ys
(AWP)

