Die jüngsten Daten zur Inflation in den USA böten zwar keinen Anlass zu übertriebenem Optimismus, das interessanteste Zeichen der Woche komme aber von den Ölpreisen, heisst es in einer Einschätzung der Onlinebank Swissquote. Trotz aller Unsicherheiten und der noch immer geschlossenen Strasse von Hormus, seien diese im Verlauf der Woche klar gefallen. Dies sei ein ermutigendes Zeichen, denn die Märkte schienen sich an die Wechselhaftigkeit der Nachrichten aus dem Konfliktgebiet zu gewöhnen und auch die Möglichkeit eines noch eine Weile andauernden Kriegs zu absorbieren.
Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 11.20 Uhr 0,68 Prozent höher bei 13'597,05 Punkten. Zum Allzeithoch bei über 14'000 vom Februar fehlen dem Index noch rund 3,5 Prozent. 17 der 20 SMI-Titel legen zu.
Der SMIM der mittelgrossen Werte zieht um 1,13 Prozent auf 3023'71 Punkte an und der breite SPI um 0,71 Prozent auf 19'220,66 Zähler.
Ölpreis gibt weiter nach
Der Preis für ein Fass der Sorte Brent ist zuletzt zwar wieder über 93 US-Dollar gestiegen, am Morgen lag er allerdings zeitweise unter dieser Marke. Noch vor einer Woche kostete ein Fass klar über 100 Dollar.
An der Tabellenspitze liegen weiterhin Logitech (+3,8 Prozent), denn die Tech-Branche steht einmal mehr im Fokus. Am Vortag hatten Zahlen des Softwareunternehmens Snowflake zu einem Kursfeuerwerk von über 36 Prozent geführt. Und auch Dell sprangen dank starker Ergebnisse nachbörslich um fast 40 Prozent hoch. «Gott sei Dank für KI», kommentierten Händler denn auch.
Entsprechend legen hierzulande weitere gängige Branchenvertreter aus dem breiteren Markt wie VAT (+0,4 Prozent), Comet (+0,4 Prozent), SoftwareOne (+1,8 Prozent) oder Inficon (+0,6 Prozent) zu.
Hinter Logitech reihen sich bei den Blue Chips Richemont (+2,5 Prozent), Kühne+Nagel (+2,2 Prozent) oder die Bauwerte Geberit (+1,4 Prozent) und Sika (+1,1 Prozent) als stärkere Gewinner ein.
Die Schwergewichte Nestlé (+0,7 Prozent), Novartis (+0,7 Prozent) und Roche (+0,2 Prozent) notieren allesamt höher und machen damit einen Teil der Vortagesverluste wieder wett.
Leichte Verluste weisen derzeit einzig Swiss Life, Partners Group und ABB auf.
Im breiten Markt brechen Dottikon um gut 17 Prozent massiv ein. Die ZKB etwa bezeichnet das Resultat der Firma von Markus Blocher bis auf den Cashflow als «auf allen Ebenen enttäuschend». Das Wachstum im zweiten Halbjahr sei tiefer ausgefallen als erwartet.
Emmi (+0,9 Prozent auf 858 Fr.) ziehen nach der Ankündigung einer Grossfusion unter europäischen Milchverarbeitern ebenfalls an. Die steht charttechnisch im Bereich von 850 Franken vor einer wichtigen Hürde, die in den vergangenen 18 Monaten wiederholt angegriffen wurde. Ob das aktuelle Niveau bis Börsenschluss gehalten werden kann, muss sich weisen.
cf/cg
(AWP)
