Das sich etwas grauer einfärbende Sentiment im Technologiesektor werde derzeit als willkommene Begründung für ausgedehntere Gewinnmitnahmen über alle Branchen hinweg genutzt, so eine Einschätzung von CMC Markets. Es spreche zudem vieles dafür, dass sich die Investoren in den kommenden Wochen eher zurücklehnen und das Sommerloch auskosten würden.
Für den Nachmittag sind noch der Handelsbilanzsaldo der USA angesagt sowie einige Reden von Notenbankern. Diese dürfte angesichts der sich veränderten Inflationsdynamik auf besonderes Interesse stossen.
Der Leitindex SMI notiert um 10.45 Uhr 0,33 Prozent höher bei 14'349,18 Punkten. Das Rekordhoch bei 14'465 Punkten vom Vortag liegt trotz des Rücksetzers im gestrigen Tagesverlauf nicht allzu weit entfernt. Von den 20 Titeln stehen 18 im Plus und 2 im Minus. Der Mid-Cap-Index SMIM legt um 0,11 Prozent zu auf 3189,77 Punkte und der breite SPI um 0,26 Prozent auf 20'218,93 Punkte.
Nato-Gipfel startet
Geopolitisch wird die Lage von der Meldung neuer Angriffe Irans auf Tanker in der Strasse von Hormus geprägt. So hat sich der Preis für ein Fass Öl der Sorte Brent über die vergangenen Stunden wieder Richtung 73 US-Dollar nach oben entwickelt. Ausserdem beginnt am Berichtstag der Nato-Gipfel in der Türkei, der für Aufmerksamkeit sorgen dürfte.
Bei den Blue Chips stehen derzeit Swiss Re (+2,1 Prozent) an der Spitze. Mit Zurich (+0,9 Prozent) und Swiss Life (+0,7 Prozent) rücken aber auch die anderen beiden Versicherer im SMI vor, ähnlich wie am Vortag.
Gekauft werden auch baunahe Aktien wie Geberit (+1,6 Prozent), Amrize (+1,4 Prozent) oder in etwas geringerem Masse Sika (+0,5 Prozent).
Klar stärker sind zudem Richemont (+1,5 Prozent), nachdem die Citigroup das Kursziel leicht nach oben angepasst und das Rating «Buy» bestätigt hat.
Von den Schwergewichten haben Novartis (+0,1 Prozent) und Nestlé (+0,2 Prozent) einen schwereren Stand als Roche (+1,0 Prozent).
Wenige Verlierer
Einzige Verlierer sind derzeit UBS (-0,1 Prozent) und ABB (-2,6 Prozent). Letztere werden wie VAT (-2,7 Prozent) aus dem SLI von der Tech-Baisse gebremst. Im breiten Markt trifft dies zudem auf verschiedene Titel wie Inficon (-5,2 Prozent), Comet (-5,2 Prozent), Huber+Suhner (-5,0 Prozent) oder AMS Osram (-4,3 Prozent) zu.
Dagegen ziehen in der zweiten Reihe Medartis (+8,9 Prozent) kräftig an. Seit Juni geht es für den Titel steil nach oben - und nun gibt eine Hochstufung der UBS auf «Buy» von «Neutral» mit einer Kurszielerhöhung auf 97 von 87 Franken zusätzlichen Schub. Die Grossbank sieht in der Einführung der Keri-Touch-Daumenprothese in den USA einen wichtigen Wachstumstreiber und erwartet eine deutlich beschleunigte Expansion im wichtigen US-Markt.
Auch Georg Fischer (+1,9 Prozent) gehören zu den Gewinnern, dies nach einer letzten Teildevestition im Hinblick auf den Fokus auf das Geschäft mit Flüssigkeiten. Diese Transaktion markiere für das Unternehmen einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg hin zu einem «Piping pure play», meint dazu etwa die Bank Vontobel.
cf/hr
(AWP)
