«Ob das Jahresendrally wirklich angelaufen ist, wie viele Marktteilnehmer glauben, wird sich jedenfalls noch zeigen müssen», sagte ein Händler. «Ich denke, wir sind schon mitten drin und haben einen grossen Teil bereits hinter uns», sagt ein anderer Händler. Bisher ist der November sehr gut gelaufen: Der SMI hat fast 4,5 Prozent zugelegt. Und auch auf Wochensicht stehen die Chancen gut, dass der Schweizer Leitindex auf eine positive Wochenbilanz kommt. Am Donnerstagabend notierte er jedenfalls gut 1 Prozent über dem Stand von Ende letzter Woche. Dies entspricht auch gerade mehr oder weniger der bisherigen Jahresbilanz. Damit ist der SMI aber noch immer weit von seinem Rekordhoch von Ende 2021 bei knapp 13'000 Punkten entfernt.
Der Leitindex SMI notiert gegen 11.00 Uhr um 0,11 Prozent höher auf 10'863,45 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI rückt ebenfalls leicht vor um 0,06 Prozent auf 1717,22 und der breite SPI um 0,08 Prozent auf 14'239,73 Zähler. Im SLI geben 9 Titel nach, 20 legen zu und Swisscom sind unverändert. Dabei halten sich die Kursausschläge - mit Ausnahme von Richemont und SIG - sehr in Grenzen.
Angeführt werden die Gewinner von den Aktien von ABB, Swiss Life, Zurich, Partners Group, Geberit und Straumann mit einem Kursplus zwischen 0,7 und 0,4 Prozent.
Die Aktien von Julius Bär (+0,7 Prozent) können sich nach dem jüngsten Abwärtstrend im Zusammenhang mit Signa-Krediten bzw. seit der Zahlenvorlage am Montag etwas stabilisieren. Im Laufe der Woche haben die «Bären» rund 15 Prozent ihres Werts eingebüsst.
Sonova (+0,6 Prozent) profitieren laut Händlern davon, dass Exane BNP Paribas das Rating für den Hörgerätehersteller auf «Outperform» von «Underperform» hochgestuft hat. Damit hat der Titel auf Wochensicht rund 9 Prozent hinzugewonnen, dies nachdem das Unternehmen am Dienstag positiv aufgenommene Halbjahreszahlen kommuniziert hat. Holcim (+0,4 Prozent) sind derweil nach einer Kaufempfehlung und der bestätigten Kurszielerhöhung durch die Bank Vontobel gefragt.
Auf der anderen Seite verlieren Richemont (-1,4 Prozent) etwas deutlicher. Sie konsolidierten damit wohl in erster Linie ihren Wochengewinn von gut drei Prozent, heisst es am Markt. Unter Abgaben leiden zudem SIG (-1,4 Prozent). Danach halten sich bei Lonza, Swatch und Schindler die Kurseinbussen mit maximal 0,6 Prozent in Grenzen.
Am breiten Markt setzen die Aktien von AMS Osram (+4,9 Prozent) zu einer Erholung an. Die Aktien litten zuletzt unter dem Anrechtshandel. Im Zuge der Kapitalerhöhung haben die Aktionäre Anrechte erhalten, die viele Anleger nun verkauft hätten, was den Aktienkurs zuvor gedrückt hatte, heisst es am Markt.
Weiter unter Druck stehen Meyer Burger (-1,7 Prozent). Sie waren am Vortag um 16 Prozent abgestürzt, nachdem CEO Gunter Erfurt der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» gesagt hatte, dass die Solarindustrie aufgrund der unsicheren Haushaltslage in Deutschland bedroht.
U-Blox gewinnen 2,0 Prozent auf 87 Franken. Kepler Cheuvreux hat das Kursziel auf 100 von 90 Franken erhöht und die Einstufung «Buy» bekräftigt. Allerdings verlor die Aktie zuletzt massiv an Terrain, weil das Unternehmen an einem Kapitalmarkttag eine Restrukturierung und Abschreibungen angekündigt hatte.
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(AWP)