Der US-Präsident drohte am Nachmittag hiesiger Zeit mit der Einnahme der für Irans Ölindustrie wichtigen Insel Kharg sowie anderer Öl-Infrastrukturpunkte, um die «vollständige Kontrolle» über Irans Öl- und Gasmärkte zu erlangen. Die Ölpreise zeigten sich schwankungsanfällig - im Vergleich zum Vortag gaben sie zum Berichtszeitpunkt etwas nach und standen bei rund 93 US-Dollar das Fass.

EZB rechnet mit weniger Wachstum

Derweil sorgte die Leitzinserhöhung der EZB für keine grossen Wellen an den europäischen Finanzmärkten. Die Europäische Zentralbank hat erstmals seit September 2023 die Leitzinsen im Euroraum angehoben, was Experten mehrheitlich so erwartet hatten. Gleichzeitig rechnet die Notenbank wegen des Iran-Kriegs mit mehr Inflation und weniger Wirtschaftswachstum im Euroraum.

Der Swiss Market Index (SMI) gewann am Donnerstag 0,49 Prozent auf 13'529,65 Punkte, nachdem er im Hoch bis auf 13'635,13 Punkte gestiegen war. Der SMIM der mittelgrossen Werte gab hingegen um 0,10 Prozent auf 3001,60 Stellen ab, wogegen der breite SPI um 0,35 Prozent auf 19'077,88 Zähler zulegte. Bei den Blue Chips überwogen die Verlierer.

Denn der SMI wurde massgeblich vom Pharma-Schwergewicht Novartis (+2,1 Prozent), aber auch von Roche (+0,4 Prozent) angeschoben. Von beiden gab es positive News: Roche gab ein Update zu einem Zulassungsantrag, Novartis vermeldete einen Studienerfolg.

Richemont von Kurszielerhöhung beflügelt

Die prozentual grössten Gewinner waren derweil Richemont (+2,7 Prozent auf 173,65 Fr.). Die Bank of America empfiehlt das Papier weiter zum Kauf und erhöhte das Kursziel auf neu 185 von 175 Franken. Das Gewinnwachstum des Luxusgüterkonzerns werde sich im laufenden Geschäftsjahr 2026/27 nach drei Jahren der Stagnation beleben, hiess es von dem Finanzinstitut.

Schub gab zudem das Übernahmeangebot für Boss durch Grossaktionär Frasers. «Dies hat Fantasie in den Sektor gebracht», sagt ein Händler. Auch Swatch zogen am breiten Markt um 1,2 Prozent an.

Weitere SMI-Gewinner waren Zykliker wie ABB (+2,1 Prozent), Kühne+Nagel (+1,0 Prozent) und Holcim (+0,8 Prozent).

Partners Group und Richemont weiter unter Druck

Die grössten Verlierer waren dagegen Partners Group (-3,0 Prozent), wo das Trauerspiel damit weiterging. Die Titel stehen mittlerweile 30 Prozent im Minus seit Anfang Jahr.

Weitere Verlierer waren am Donnerstag Geberit, Sika (je -2,1 Prozent) und Logitech (-2,0 Prozent).

Auch Swisscom (-1,2 Prozent) gaben nach einer Verkaufsempfehlung durch Morgan Stanley nach, nachdem der Titel schon in den vorangehenden Wochen unter die Räder gekommen war.

KI-Hausse geht weiter

Derweil wirft der Börsengang von SpaceX vom Freitag seine Schatten voraus. Er könnte sich als Lackmustest für die Märkte erweisen, sagte ein Händler. «Gelingt die Platzierung zu einer hohen Bewertung, wäre das ein starkes Signal dafür, dass die Jagd nach der nächsten grossen Wachstumsstory ungebrochen ist», so sein Kommentar. Bei einer Enttäuschung drohten hingegen Gewinnmitnahmen.

Am breiten Markt fielen insbesondere die Technologietitel VAT (+3,9 Prozent) positiv auf, aber auch Comet (+1,7 Prozent) legten überdurchschnittlich zu. Die KI-Hausse geht weiter.

Gefragt waren zudem auch Curatis (+6,7 Prozent) nach einer Guidance-Erhöhung. Einen schweren Stand hatten hingegen Interroll (-5,2 Prozent) nach einer Verkaufsempfehlung durch Kepler Cheuvreux.

ys/cf

(AWP)