US-Verteidigungsminister Pete Hegseth sieht die kommenden Tage im Krieg mit dem Iran als entscheidend an. «In nur einem Monat haben wir die Bedingungen festgelegt - die kommenden Tage werden entscheidend sein», sagte er. Hegseth betonte, er bevorzuge es, den Krieg mit einem Abkommen zu beenden. «In der Zwischenzeit werden wir mit Bomben verhandeln.»
Für frische Impulse sorgten am Nachmittag US-Konjunkturdaten. So hat sich die Stimmung der amerikanischen Konsumenten im März unerwartet verbessert. Gestützt wurde der Indikator durch eine bessere Bewertung der aktuellen Lage. Die Erwartungen der Verbraucher trübten sich hingegen ein - aber nicht so deutlich wie erwartet.
Ölpreise auf hohem Niveau
Die Ölpreise haben sich derweil trotz Hinweisen auf ein mögliches Ende des Iran-Kriegs wenig verändert auf hohem Niveau gehalten. Ein Fass der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Juni kostete bei Handelsschluss in Europa 107,42 US-Dollar und damit etwa so viel wie am Vortag.
Mit dem Ölpreisschub im Zuge des Iran-Krieges hat die Inflation in der Eurozone deutlich angezogen. Im Jahresvergleich legten die Konsumentenpreise im März um 2,5 Prozent zu. Im Februar hatte die Inflationsrate bei 1,9 Prozent gelegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig eine Jahresteuerung von zwei Prozent an. In der Folge zog der Euro an.
SMI legt weiter zu - negative Monatsbilanz
Der Swiss Market Index (SMI) schloss am Dienstag 0,85 Prozent im Plus auf 12'776,79 Punkten. Die Monatsbilanz aber ist mit einem Minus von 8,8 Prozent tiefrot. Der SMIM für die mittleren Werte legte 1,11 Prozent auf 2904,99 und der breite SPI 0,92 Prozent auf 17'835,66 Zähler zu.
Die Liste der Gewinner führten UBS mit einem Kursplus von 4,0 Prozent an. Die Aktien wurden von einem Bericht der «Financial Times» zu einem möglichen Kompromiss in der Kapitalfrage gestützt. Bei den Finanzwerten schlossen auch Helvetia Baloise (+1,6 Prozent), Swiss Life (+1,7 Prozent) sowie Partners Group (+1,2 Prozent) deutlich höher.
Unter den grossen Gewinnern waren aber auch zyklische Papiere wie Kühne+Nagel (+2,2 Prozent), ABB (+1,7 Prozent) oder Richemont (+1,0 Prozent) zu finden. Auch VAT schlossen nach einem Kurssturz im frühen Handel um 2,8 Prozent fester. Der Hersteller von Vakuumventilen für die Chipindustrie hatte wegen des Irankriegs seine Umsatzziele für das erste Quartal senken müssen. Die Auftragslage sei aber weiter gut.
Die defensiven Schwergewichte hinkten etwas hinterher. Während Novatris um 0,9 Prozent zulegten, fielen Roche (+0,2 Prozent) und Nestlé (+0,4 Prozent) hinter den Gesamtmarkt zurück. Defensive Papiere wie Swisscom (-0,8 Prozent) und Givaudan (-0,7 Prozent) wurden aus den Depots gekippt.
Dafür stiegen andere Gesundheitswerte wie Galderma (+2,5 Prozent), Sandoz (+2,1 Prozent) oder Lonza (+1,3 Prozent) deutlich.
Chemieaktien unter Druck
Im breiten Markt fielen Ems-Chemie (-3,2 Prozent) und Clariant (-1,8 Prozent) ab. Händler verwiesen auf Zweitrundeneffekte der Öl- und Energiepreishausse, welche die europäischen Chemietitel noch über längere Zeit unter Margendruck setzen könnten.
Die Aktien der Onlineapotheke DocMorris schnellten um fast 13 Prozent hoch. Am Markt wurde vor allem auf Eindeckungen von Leerverkäufen zum Quartalsende hin verwiesen. Dafür brachen die Jungfraubahnen um 3,3 Prozent ein. Die Bergbahnbetreiberin hatte von einem verhaltenen Jahresstart auf dem Jungfraujoch berichtet.
ra/to
(AWP)

