Die Stimmung vor dem Wochenende war klar konstruktiv. Dominiert wurde das Börsengeschehen aus geopolitischer Sicht einmal mehr von Hoffnungen auf eine baldige Lösung im Nahost-Konflikt. Die Verhandlungen über eine Befriedung im Nahen Osten standen angeblich vor einem Durchbruch. Es war für einmal nicht nur US-Präsident Donald Trump, der ein baldiges Rahmenabkommen mit dem Iran in Aussicht stellt, diesmal sprach auch die Islamische Republik von einem möglichen bevorstehenden Verhandlungsabschluss. Die Dokumente könnten bereits an diesem Wochenende in Europa unterzeichnet werden.
Der Swiss Market Index (SMI) gewann am Freitag 1,32 Prozent auf 13'708,02 Punkte, das Tageshoch lag gar bei 13'752. Im Wochenvergleich ergab sich ein solides Plus von 2,4 Prozent, womit die Verluste der Vorwoche mehr als wettgemacht wurden. Von den 20 SMI-Werten schlossen 19 im Plus.
Der SMIM der mittelgrossen Werte zog um 1,27 Prozent auf 3039,87 Punkte an und der breite SPI um 1,31 Prozent auf 19'326,92 Punkte.
Öl so günstig wie lange nicht mehr
Der Preis für ein Fass der Rohölsorte Brent, der schon am Vortag unter 90 US-Dollar gesunken war, fiel dank der Iran-Hoffnungen zwischenzeitlich auf unter 86 Dollar. Zum Börsenschluss in Europa notierte er dann im Bereich von gut 87 Dollar. So wenig kostete Öl zuletzt Mitte April.
IPO von SpaceX
Das zweite dominierende Thema vor dem Wochenende war der anstehende Börsengang von SpaceX, der ebenfalls für Fantasie an den Märkten sorgte. Der erste Kurs im regulären Handel stand bei Börsenschluss in Europa noch nicht fest. Man solle bedenken, dass US-Börsengänge in der Regel zu Beginn des Handelstages eine Eröffnungsauktion durchliefen, die mehrere Stunden dauern könne, hiess es dazu in Marktkreisen.
Die Indikationen für den ersten Kurs lauteten am Freitagnachmittag an der Tech-Börse Nasdaq auf 160 US-Dollar. Das wäre ein deutlicher Aufschlag auf den Ausgabepreis von 135 Dollar. Die Marktbewertung von SpaceX an der Börse läge damit bei nahezu 2,1 Billionen Dollar.
Baunahe Werte gesucht
Bei den hiesigen Blue Chips waren insbesondere baunahe Werte gesucht. So befanden sich Sika (+5,9 Prozent), Geberit (+3,2 Prozent), Holcim (+3,2 Prozent) und Amrize (+2,6 Prozent) zum Schluss in der Spitzengruppe.
Diese wurde ergänzt durch die Finanzaktien UBS (+3,7 Prozent) und Partners Group (+1,7 Prozent), welche ebenfalls vom freundlichen Umfeld profitierten. Partners Group machten damit indes nur einen minimen Teil der grossen Verluste der vergangenen drei Wochen wett.
Von den Schwergewichten trugen Roche (+1,4 Prozent) ebenfalls zum starken Gesamtmarkt bei, während Nestlé (+0,5 Prozent) und Novartis (+0,4 Prozent) etwas hinterherhinkten.
Einzige Verlierer im SMI waren Lonza (-0,4 Prozent).
Lindt & Sprüngli aus dem SLI büssten 0,9 Prozent ein. Mit Goldman Sachs und Barclays haben gleich zwei grosse US-Häuser ihr Kursziel für den Schokoladehersteller gesenkt. Beide Banken zweifeln das Wachstumspotential der Kilchberger an und bleiben bei ihrer Verkaufsempfehlung.
Einen Blick wert sind auch Aktien aus dem Tourismussektor, die von der Hoffnung auf ein Kriegsende gestützt werden. Die Aktien des Flughafens Zürich zogen um 3,5 Prozent und jene des Dutyfree-Konzerns Avolta gar um 5,1 Prozent.
cf/tp
(AWP)
