Belastet wurde die Stimmung vom andauernden Iran-Krieg und den entsprechend weiterhin hohen Ölpreisen, wie es in Marktkreisen hiess. Entsprechend hätten die Investoren vor dem Wochenende Positionen abgebaut oder zumindest nicht zugekauft.
Am Nachmittag holte der SMI vorübergehend einen Teil der Verlust vom Morgen wieder auf, gestützt von Berichten, dass eine iranische Delegation auf dem Weg an den Verhandlungstisch in Pakistan sei. Die diplomatischen Bemühungen, um eine friedliche Lösung des Konflikts am Verhandlungstisch zu erreichen, dauern also an.
Allerdings bleibt deren Ausgang nach wie vor ungewiss, zumal in Pakistan zumindest vorerst kein Treffen mit US-Vertretern geplant ist. Entsprechend fiel der Leitindex SMI auch bald wieder unter die Marke von 13'200 zurück, die er am frühen Nachmittag vorübergehend überschritten hatte.
SMI mit Wochenverlust
Der SMI schloss am Freitag 0,59 Prozent tiefer bei 13'169,70 Punkten, wobei es für 16 Titel nach unten ging und für vier nach oben. Im Wochenvergleich ergab sich für den SMI ein Minus von 1,9 Prozent. Der SMIM für die mittelgrossen Werte büsste 0,63 Prozent auf 2975,46 Punkte ein und der breite SPI 0,58 Prozent auf 18'597,51 Punkte.
Auch an anderen europäischen Börsenplätzen wie in London oder Paris ging es nach unten. Ebenso eröffnete der Dow Jones im negativen Bereich, wogegen die Tech-Börse Nasdaq dank starker Zahlen von Intel zum Zeitpunkt des Börsenschlusses in Europa klar höher stand. Der Ölpreis bewegte sich derweil zuletzt im Bereich von 106 US-Dollar pro Fass der Sorte Brent.
Nestlé stützen erneut
Grössere Verluste des SMI verhinderten Nestlé, welche mit einem Plus von 1,5 Prozent an der Tabellenspitze schlossen. Der Anstieg von knapp 6 Prozent vom Vortag im Anschluss an starke Wachstumszahlen zum ersten Quartal wurde damit klar bestätigt. Zum zweiten Mal in Folge nach einer Phase Ende Februar, Anfang März stehen die Aktien dieses Jahr damit wieder über 80 Franken.
Nach Zahlen gehörten auch Holcim (+1,3 Prozent) zu den wenigen Gewinnern. Der Baustoffhersteller hat im ersten Quartal besser als von Analysten erwartet abgeschnitten.
Die Mehrheit der Titel gab am Berichtstag indes nach. Besonders stark fielen Kühne+Nagel (-4,3 Prozent) nach Zahlen zurück. Der Logistiker hatte zwar die Erwartungen der Analysten mit dem Gewinn übertroffen, mit dem Umsatz hingegen nicht. Baader Europe bemängelte etwa, dass die Umsätze insbesondere im Segment Air überraschend tief ausgefallen seien. So kam es bei der Aktie nach dem starken Lauf der Vorwoche zu Gewinnmitnahmen.
Auch für Lonza (-3,9 Prozent) ging es klar nach unten. Nach zuvor vier starken Wochen fielen nun die Gewinnmitnahmen mit einem zweistelligen Minus in Prozent in dieser Woche deutlich aus.
Gewinne wurden auch in den PS von Roche (-0,9 Prozent) mitgenommen, nachdem der Titel am Vortag im Anschluss an gute Quartalszahlen noch beinahe 4 Prozent zugelegt hatte. Noch mehr an Terrain verloren indes Novartis (-2,2 Prozent), nachdem der Konzern einen Antrag bei der europäischen Gesundheitsbehörde EMA für eine erweiterte Anwendung seines Krebsmedikaments Pluvicto zurückgezogen hatte.
Im breiten Markt fielen Inficon (+6,3 Prozent) mit einer kräftigen Avance auf. Insbesondere der angehobene Ausblick gab den Titeln Rückenwind.
cf/ls
(AWP)
