Der Ölpreis scheine sich nun aber nun deutlich über der Marke von 100 Dollar je Barrel zu etablieren, hiess es im Handel. Und mit jeder Woche, in der es im Nahen Osten keinen diplomatischen Fortschritt gebe, verdüstern sich die Schatten, gaben Marktstrategen zu bedenken. In diesem Umfeld und gerade vor dem langen Pfingstwochenende, hätten sich die Anlegerinnen und Anleger daher nicht zu weit vorgewagt. Dass die Stimmung der US-Konsumenten laut jüngsten Daten im Mai auf ein Rekordtief gefallen ist, spielte nur eine untergeordnete Rolle.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss den Handel mit 0,42 Prozent im Plus bei 13'503,21 Punkten ab. Damit rückte der Leitindex im Wochenvergleich um 2,1 Prozent vor. Am Freitag dominierten die Gewinner das Tableau im Verhältnis 12 zu 8.

Während der SMIM mit den mittelgrossen Schweizer Werten um 0,10 Prozent auf 2987,30 Zähler stieg, beendete der breite SPI den Handelstag 0,42 Prozent höher bei 19'052,12 Punkten. Noch besser entwickelten sich europäische Leitindizes wie der deutsche Dax (+1,3 Prozent), auch die US-Indizes tendieren erneut klar höher.

Auf den Einkaufslisten der Anleger standen im Sog der KI-Euphorie verschiedene Schweizer Techwerte. Allen voran Logitech legten um deutliche 6,2 Prozent zu. ABB verteuerten sich um 1,9 Prozent und VAT um 3,3 Prozent. Die starken Zahlen von Nvidia vom Mittwochabend hielten die Fantasie am Leben, hiess es im Markt.

Gekauft wurden aber auch verschiedene Zykliker und baunahe Werte wie Sika (+3,0 Prozent) und Holcim (+2,0 Prozent) sowie die Medizinaltechniker Sonova (+2,6 Prozent) und Straumann (+0,7 Prozent). Für die Papiere des Logistikers Kühne+Nagel ging es ebenfalls um 0,7 Prozent nach oben.

Die defensiven Schwergewichte stützten den Gesamtmarkt - allen voran die PS von Roche zogen um 1,2 Prozent an. Novartis verteuerten sich um 0,2 Prozent, während Nestlé (-0,1 Prozent) etwas hinterherhinkten.

Sehr schlecht wurden die von Julius Bär ausgewiesenen Zahlen für die ersten vier Monate 2026 aufgenommen - die Aktien büssten deutliche 6,9 Prozent ein. So lagen die Kundenvermögen und insbesondere das Nettoneugeld klar unter den Erwartungen, bei der Bruttomarge und den Kosten schnitt die Bank jedoch besser ab.

Aber auch andere Finanzwerte wurden verkauft - allen voran die Versicherer: Zurich Insurance büssten 0,9 Prozent ein, HelvetiaBaloise 0,3 Prozent und Swiss Re 1,4 Prozent. Das Minus von 4,6 Prozent in Partners Group war hingegen nur optischer Natur - die Papiere wurden mit Dividendenabschlag gehandelt.

Richemont verloren nach Zahlen 0,6 Prozent ein. Dabei hat der Schmuck- und Uhrenkonzern im Geschäftsjahr 2025/26 mehr umgesetzt als Analysten erwartet hatten und mit dem operativen Ergebnis die Vorgaben erfüllt. Zudem gibt es eine Spezialdividende und ein neues Aktienrückkaufprogramm. Doch Marktteilnehmer bemängelten die sehr vagen Aussagen des Managements zur weiteren Entwicklung.

Im breiten Markt kletterten Werte wie Comet (+1,9 Prozent), Inficon (+1,5 Prozent), Huber+Suhner (+4,5 Prozent) nach oben; noch härter auf der KI-Welle ritten Centiel (+9,1 Prozent) und AMS Osram (+12,8 Prozent).

Clariant (+4,2 Prozent) profitierten von einer Hochstufung durch JPMorgan. Derweil fielen DSM-Firmenich (-1,7 Prozent) an ihrem zweiten Handelstag an der SIX nach den Gewinnen am Vortag nun etwas zurück.

ra/cg

(AWP)