Nach der Zinssitzung der US-Notenbank vom Vorabend zeigten sich die Marktteilnehmer insgesamt verunsichert. Zwar beliess das Fed unter Führung des neuen Chefs Kevin Warsh den Leitzins erwartungsgemäss unverändert. Gleich drei Ausschussmitglieder stimmten aber für eine Erhöhung. Da der neue Fed-Chef auf jegliche «Forward Guidance» verzichtet, dürften zudem künftig Konjunktur- und Inflationsdaten noch stärkere Marktreaktionen auslösen, meinte ein Kommentator.

Dollar gibt nach

Aus Europa gab es am Mittwoch positive Konjunktursignale: Die Wirtschaft in Deutschland wie auch in der Eurozone ist im Frühjahr stärker gewachsen als erwartet. Die am Nachmittag eingetroffenen Konjunkturzahlen aus den USA deuteten derweil auf eine Abkühlung in der grössten Volkswirtschaft der Welt hin.

Der US-Dollar schwächte sich am Nachmittag deutlich ab und fiel zur Schweizer Währung wieder klar unter die Marke von 81 Rappen. Am Devisenmarkt wurde auf Spekulationen verwiesen, dass die japanische Notenbank den Yen mit Devisenmarktinterventionen gestützt hat, was den Dollar belastete.

SMI nach Rekord im Rückwärtsgang

Der SMI schloss mit 0,65 Prozent im Minus auf 14'392,49 Punkten. Der Index der mittelgrossen Unternehmen SMIM legte dagegen um 0,38 Prozent auf 3145,73 Punkte zu, wogegen der breite SPI um 0,38 Prozent auf 20'246,22 Zähler nachgab. Von den 20 Titeln im SMI schlossen 14 im Minus und 6 im Plus.

Zurückgehalten wurden die Indizes den ganzen Tag über von den schwachen Pharmawerten Novartis und Roche (beide -2,3 Prozent). Beide Titel bleiben auf das Gesamtjahr gesehen aber auch weiterhin klar im Plus. Die deutlichsten Abgaben bei den Bluechips entfielen aber auf Logitech (-6,5 Prozent), die damit nach der negativ aufgenommenen Ergebnisvorlage vom Dienstagabend weiter unter Druck standen.

Bei den Finanzwerten ging es einmal mehr mit den Titeln des an der Börse seit längerem in Ungnade gefallenen Privatmarktspezialisten Partners Group (-1,7 Prozent) abwärts. Mit moderaten Abgaben gingen die Aktien der Grossbank UBS (-0,5 Prozent) aus dem Handel, nachdem sie am Vortag nach dem positiv aufgenommenen Quartalsresultat noch fester geschlossen hatten.

Die Titel des dritten Börsenschwergewichts Nestlé (-0,4 Prozent) schlossen leicht im Minus. Am Vormittag hatten die Aktien des Nahrungsmittelkonzerns zunächst ihre Erholungsbewegung vom deutlichen Rücksetzer nach der Vorlage des Quartalsergebnisses noch fortgesetzt.

Zykliker fester

Die Sika-Titel (+0,2 Prozent) schlossen leicht fester. Nach dem über den Erwartungen ausgefallenen Halbjahresergebnis des Bauchemiekonzerns zogen weitere Analysten ihre Kursziele für die Titel nach. Die bald im SMI vertretenen Aktien des Hautpflegkonzerns Galderma (+2,0 Prozent) profitierten von einem «Overweight»-Rating der US-Investmentbank Morgan Stanley.

Fester gingen auch Zykliker wie ABB (+3,0 Prozent) und Holcim (+2,3 Prozent) aus dem Handel. Der Zementhersteller wird am (morgigen) Freitag Semesterzahlen vorlegen. Deutlich im Plus schlossen zudem die Aktien des Chipindustriezulieferers VAT (+4,0 Prozent).

Am breiten Markt schnellten die Clariant-Titel mit einem Plus von 16,1 Prozent nach oben. Die Investoren nahmen mit Erleichterung das Urteil eines Gerichts in Amsterdam zur Kenntnis, das eine Schadensersatzklage von Shell zurückwies. Noch deutlicher legten Perrot Duval (+73 Prozent) zu, die sich mit einem Reverse Takeover mit einem IT-Dienstleister neu ausrichten wollen.

Derweil legten zahlreiche SPI-Unternehmen ihre Halbjahreszahlen vor. Klare Kursgewinne nach Zahlen verbuchten etwa DSM Firmenich (+13,2 Prozent), Zehnder (+9,2 Prozent), Inficon (+6,7 Prozent) oder Bachem (+4,6 Prozent). Negativ aufgenommen wurden dagegen die Ergebnisse etwa von Idorsia (-5,0 Prozent) oder von Bucher (-5,2 Prozent).

tp/mk

(AWP)