Von Konjunkturseite her liegt der Fokus in der kommenden Woche wieder auf den Zentralbanken. Die US-Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank (EZB) folgen dann mit ihren Zinsenscheidungen. Dabei wird vom Fed und von der EZB eine Zinserhöhung um jeweils 25 Basispunkte erwartet. Wie es danach weitergeht, ist unklar. Weil die Entscheidungen von der konjunkturellen Entwicklung abhängen, fanden am Dienstag US-Konjunkturdaten Beachtung. Diese fielen durchwachsen aus. Der US-Detailhandel steigerte seine Umsätze im Juni weniger stark als erwartet, auch die Industrie produzierte weniger als prognostiziert. Damit könnte der Druck auf die Notenbanken etwas sinken, was weitere Zinserhöhungen anbelangt, sagte ein Händler.

Der SMI stieg bis Handelsende um 1,16 Prozent auf 11'103,55 Punkte. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Akten enthalten sind und die Gewichtung stärker gekappt ist, legte um 0,93 Prozent zu auf 1753,50 und der breite SPI um 0,98 Prozent auf 14'682,04 Zähler zu. Im SLI kamen auf 26 Gewinner drei Verlierer. Logitech beendeten den Handel unverändert.

An der Spitze der Blue Chips schlossen die Aktien von Novartis (+4,6%). Der Pharmariese übertraf mit den Zahlen für das zweite Quartal die Erwartungen. Zudem erhöhte er die Prognose abermals, und es soll ein neues Aktienrückkaufprogramm von bis zu 15 Milliarden US-Dollar aufgelegt werden. Des Weiteren sorgte der Konzern für mehr Klarheit bezüglich des Börsengangs der Tochter Sandoz, was am Markt laut Händlern gut ankam.

Die Genussscheine des Rivalen Roche (+0,4%), der seine Bilanz kommende Woche vorlegt, schlossen leicht im Plus. Nestlé (-0,3%), die am schwersten kapitalisierte Schweizer Aktie, büssten hingegen an Terrain ein. Alle drei Schwergewichte haben im Vergleich zum Gesamtmarkt im Jahr 2023 bisher eher unterdurchschnittlich performt.

Bei Richemont (+2,7%) gab es eine Gegenbewegung. Der Titel des Luxusgüterkonzerns war am Vortag nach Zahlen um 10 Prozent eingebrochen. Das Unternehmen konnte im Halbjahr zwar den Umsatz um 19 Prozent steigern. Dies war aber nicht genug. Zudem belasteten Gewinnmitnahmen und die Sorgen, dass die Erholung im wichtigsten Markt China schneller als erwartet vorbei sein könnte. Mehrere Banken passten am Dienstag nun ihr Kursziel für die Aktien zwar leicht nach unten an, allerdings hielten sie an ihren Kaufempfehlungen fest. Die Anteile von Konkurrent Swatch (+1,3%) stimmten ebenfalls in die Erholung ein.

Gefragt waren zudem Technologie- und Wachstumswerte wie VAT, Straumann, Logitech, AMS Osram sowie Schindler mit Gewinnen von bis zu gut zwei Prozent.  

Dagegen standen Swisscom (-0,8%) unter Druck. Auch die zyklischen Papiere von SGS (-1,0%) gaben leicht nach.  

Auf den hinteren Rängen stachen GAM (+22% auf 0,507 Fr.) positiv hervor. Die Aktionärsgruppe Newgame kündigte ein eigenes öffentliches Übernahmeangebot an, aber nur für einen kleinen Teil der Aktien. Die Offerte unterliegt zudem einer ganzen Reihe von Bedingungen. Newgame bietet für bis zu 28 Millionen GAM-Aktien 0,55 Franken in bar.

DKSH legten nach guten Zahlen 6,5 Prozent zu. SFS büssten dagegen ebenfalls nach Halbjahreszahlen 7,1 Prozent ein.  

Kuros (+5,1%) setzten den Höhenflug fort. Seit Kuros kürzlich über den Abschluss der Patientenrekrutierung für eine Studie mit einem Wirbelsäulenprodukt informiert habe, sei Leben in die Aktie gekommen, meinte ein Händler.

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