US-Präsident Donald Trump bekräftigte am Freitagnachmittag das Ende der Waffenruhe im Iran-Krieg. Die Vereinigten Staaten hätten dem Iran klargemacht, dass die Waffenruhe «vorbei» sei, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Zugleich liess er die Tür für Gespräche offen. «Anleger bewegen sich derzeit zwischen der Hoffnung auf eine diplomatische Lösung und der Sorge vor einer weiteren Verschärfung des Konflikts», kommentierte ein Marktbeobachter die aktuelle Lage.
In der kommenden Woche stehen neben dem Geschehen im Iran der US-Inflationsbericht sowie die anlaufende Berichtssaison im Fokus. In den USA legen neben zahlreichen Grossbanken etwa die Chip-Giganten ASML und TSMC Zahlen vor. Vor allem die KI-Investitionspläne der Tech-Schwergewichte dürften den Markt bewegen, wie es im Handel hiess.
SMI leicht im Plus
Der Leitindex SMI schloss am Freitag 0,14 Prozent höher bei 14'235,09 Punkten. Auf Wochensicht ergab sich damit ein Minus von 1,3 Prozent. Von den 20 Titeln notierten zum Wochenschluss alle ausser vier im Plus. Der Mid-Cap-Index SMIM stieg um 0,11 Prozent auf 3121,75 Punkte und der breite SPI um 0,12 Prozent auf 20'023,15 Punkte.
In Europa schloss der deutsche Dax leicht tiefer, während der französische Cac 40 und der FTSE in London dazugewannen. Die Börsen an der Wall Street notierten am Abend leicht fester.
Die Ölpreise haben sich nach den Iran-Turbulenzen der abgelaufenen Woche ein wenig stabilisiert. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent pendelte sich am Freitag bei knapp 76 US-Dollar ein, nachdem er am Mittwoch erstmals seit über zwei Wochen wieder kurzzeitig über 80 Dollar geklettert war.
Tech- und Bauwerte gesucht
Grössere Gewinne verzeichneten Logitech (+1,9 Prozent). Auch Techwerte wie Inficon (+3,3 Prozent), Comet (+2,1 Prozent) und VAT (+0,4 Prozent) waren gesucht. Nach dem Ausverkauf der Halbleiteraktien vor einigen Tagen kehrten diese wieder in die Gunst der Anleger zurück, so ein Händler.
An der Tabellenspitze befanden sich zudem Bauwerte wie Amrize (+2,8 Prozent), Holcim (+1,8 Prozent) oder Sika (+1,0 Prozent), die in den letzten Tagen an Wert verloren hatten.
Als Bremsklotz für den SMI erwiesen sich derweil die Schwergewichte Nestlé (-0,2 Prozent) und Novartis (-0,02 Prozent), wobei sich Roche (+0,3 Prozent) etwas besser schlugen.
Stärker unter Druck standen ABB (-1,3 Prozent auf 83,58 Fr.). Damit schlossen die Titel nach dem Rekordhoch von vor knapp drei Wochen (89,14 Fr.) an ihre jüngste Abwärtsbewegung an. Analysten von Pareto Securities wie auch von ABG Sundal Collier stuften die in Stockholm gehandelten ABB-Papiere auf «Hold» von «Buy» herunter. In der kommenden Woche wird der Konzern seine Halbjahreszahlen vorlegen.
Richemont (-1,0 Prozent) schlossen im Vorfeld der Quartalszahlen in der kommenden Woche ebenfalls tiefer.
Barry Callebaut im Sinkflug
Im breiten Markt gaben Barry Callebaut (-3,1 Prozent) weiter nach, nachdem die Titel am Vortag mit den Neunmonatszahlen bereits mehr als 4 Prozent verloren hatten. Am Freitag hatte Barclays das Kursziel für die Aktien gesenkt und die Einstufung «Underweight» gleichzeitig bestätigt. Die vorsichtige Haltung begründete der Analyst etwa mit der anhaltend schwachen Endnachfrage.
Dagegen sprangen Ems (+4,2 Prozent) nach Halbjahreszahlen hoch. Unter anderem die erhöhte Prognose kam gut an.
Adecco (+4,5 Prozent) waren im Windschatten des britischen Spezialistenvermittlers Hays gefragt. Dieser hatte mit seinen Zahlen positiv überrascht. Bei Tecan (+4,5 Prozent) gab es eine Kurszielerhöhung durch Berenberg.
Auch SFS (+3,6 Prozent) legten zu. Der Metallverarbeiter baut mit der Übernahme der US-Firma Heartland Precision Fasteners sein US-Luftfahrtgeschäft aus.
DocMorris (-1,2 Prozent) wurden hingegen verkauft. Für Nervosität sorgten laut Händlern die Online-Pläne der Drogeriemarktkette Rossmann.
ls/tp
(AWP)
