Dabei wurden rund um den Globus die neuesten Einkaufsmanagerindizes publiziert. In Deutschland und der Eurozone fielen sie schwächer als erwartet aus. Dabei verharrte der Index für das verarbeitende Gewerbe klar unter der Wachstumsgrenze. Auch der Dienstleistungssektor, bislang Stütze der Konjunktur, gerate nun in Straucheln, kommentierte ein Ökonom. Dieser wichtige Pfeiler scheine mit Blick auf das zweite Halbjahr wegzufallen. Daher seien die Märkte hin- und hergerissen: "Mit schwachen Konjunkturdaten kann man ja gleichzeitig begründen, dass das Zins-Top erreicht ist und wir eher in Richtung Zinssenkungen marschieren", heisst es in einem Kommentar. Doch dagegen spreche die weiterhin zu hohe Inflation.

Der SMI schloss um 0,34 Prozent höher auf 11'221,22 Punkten, aber deutlich unter dem Tageshoch von 11'263,74 Punkten. Auf Wochensicht ergibt sich daraus ein Minus von knapp 1,5 Prozent. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, legte 0,29 Prozent zu auf 1745,74 und der breite SPI um 0,42 Prozent auf 14'775,71 Zähler. Von den 30 SLI-Werten rückten 19 Titel vor und elf gaben nach.

In dem von Unsicherheiten und Konjunktursorgen geprägten Markt waren Aktien von erfolgreichen Unternehmen mit einem defensiven Geschäftsmodell gefragt. Dazu zählten Givaudan (+1,4%), Swisscom (+0,9%), Sonova (+0,7%), Novartis (+0,7%), Roche (+0,6%) und Nestlé (+0,6%). Die drei Schwergewichte sorgten zudem auch dafür, dass der Schweizer Markt im Plus schloss, während DAX & Co. allesamt negative Vorzeichen aufwiesen.

Beim Pharmakonzern Roche half, dass der amerikanische Lizenzpartner Sarepta in den USA die Zulassung für seine Gentherapie Elevidys zur Behandlung von Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) erhalten hat. Roche hält die Vermarktungsrechte für Elevidys ausserhalb der USA.

In der Spitzengruppe waren auch andere Gesundheitswerte wie Straumann (+0,5%) oder Alcon (+0,5%) sowie Zykliker, die im bisherigen Wochenverlauf etwas deutlicher zurückgefallen waren, wie Sika (+1,2%) vertreten. Diese hatten zuvor unter negative Nachrichten aus der Chemiebranche gelitten.

Für Gesprächsstoff sorgte einmal mehr der Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler (+1,2%). Dort waren den dritten Tag in Folge hohe Käufe durch Geschäftsleitungsmitglieder bekannt geworden. Die Aktien der Versicherer Swiss Life (+0,3%), Zurich (+0,8%) und Swiss Re (+0,9%) drehten im Verlauf klar ins Plus.

Am Ende der Kurstafel standen Technologiebranche wie AMS Osram (-2,9%) und Temenos (-1,5%). Aber auch Finanzwerte wie Partners Group (-2,1%), Julius Bär (-0,8%) und UBS (-0,6%) gaben nach.

Darüber hinaus büssten auch Richemont (-1,4%) Terrain ein. Die jüngsten Konjunkturdaten aus Japan hätten enttäuscht und China "schwächle" ja ebenfalls, so ein Händler. Asien ist eine wichtige Absatzregion für die Branche.

Am breiten Markt sackten U-Blox (-8,9%), Bossard (-2,8%) und Schweiter (-4,6%) nach negativen Kommentaren ab. Idorsia büssten 6,1 Prozent ein. Händler erwähnten Sorgen um eine Kapitalerhöhung und Leerverkäufer.

Erneut volatil waren GAM (-3,1%). Der Asset Manager steht unter dem Einfluss einer negativen Geschäftsentwicklung und von Aktionären, die gegen die angekündigte Übernahme durch den Konkurrenten Liontrust kämpfen.

pre/uh