Allerdings bleiben die Finanzmärkte im Banne der US-Zollpolitik. Die Folgen des Zollurteils des US-Supreme-Courts seien noch nicht abgeschlossen, erklärten Markteilnehmer. Auch die Kriegsgefahr zwischen den USA und dem Iran sowie die möglicherweise disruptiven Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz bleiben im Blick der Anleger. Investoren erhoffen sich von der Rede des US-Präsidenten Donald Trump an die Nation in der heutigen Nacht mehr Aufschluss über die Zollpolitik. Ein Marktbeobachter schloss nicht aus, dass unter dem Strich die Zölle in diesem Jahr sinken könnten im Vergleich zum Vorjahr. Für Kursaufschläge sorgte in der Schweiz die auf Hochtouren laufende Berichtssaison.
Der SMI durchbrach um 14.34 Uhr erstmals die historische Marke von 14'000 Zählern und stieg anschliessend auf das neue Allzeithoch von 14'063,53 Zähler. Dann liess aber der Schwung nach und der SMI rutschte unter die 14'000 Punkte. Schliesslich ging der SMI noch mit einem Plus von 0,91 Prozent bei 13'997,13 Stellen aus dem Handel. Der 30 Titel umfassende SLI stieg um 0,60 Prozent auf 2202,56 Zähler und der breite SPI um 0,78 Prozent auf 19'199,48 Punkte. Im SLI-Titel waren 19 Titel im Plus und 10 im Minus. Swisscom schlossen unverändert
An der Spitze der Blue-Chips-Gewinner standen Lindt&Sprüngli (PS +2,2 Prozent). Sie wurden beflügelt von Barry Callebaut (+5,8 Prozent auf 1523 Franken), für die Goldman Sachs das Kursziel auf 1600 Franken von 1450 Franken erhöht hat. Der deutlich gesunkene Kakaopreis sollte es der Branche ermöglichen, zu einem guten Volumenwachstum zurückzukehren, nachdem sie zuletzt vor allem dank Preiserhöhungen gewachsen war.
Dahinter standen Logitech (+2,1 Prozent), die im Zuge der festeren Nasdaq an Boden gewannen. Auch VAT (+1,5 Prozent) sowie weitere Techtitel aus den hinteren Reihen wie Inficon, AMS-Osram und Comet waren mit Aufschlägen von 2,0 bis 2,5 Prozent gefragt.
Ebenfalls gesucht waren die defensiven Givaudan (+2,0 Prozent) sowie die zyklischen Bauzulieferer Amrize (+2,0 Prozent), Sika und Geberit (je +1,4 Prozent). Sika profitierten von zwei Kurszielerhöhungen und machten damit den Vortagestaucher wieder wett. Holcim (+1,1 Prozent) zogen ebenfalls an vor den Zahlen vom Freitag.
Als grosse Stütze des SMI erwiesen sich am Dienstag die Titel des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé (+1,9 Prozent). Auch die Pharmaschwergewichte Roche (+1,0 Prozent) und Novartis (+1,3 Prozent) schlossen klar fester. Bei den Gesundheitswerten zeigte sich ein gemischtes Bild: Während Alcon (+0,8 Prozent) vor den Ergebnissen von heute Abend nach US-Börsenschluss gefragt waren, waren Galderma (-3,0 Prozent) und Sandoz (-1,1 Prozent) bei den Verlierern anzutreffen.
Ebenfalls unter Druck standen UBS (-1,3 Prozent) und Julius Bär (-0,7 Prozent), die im Gleichschritt mit anderen europäischen Banktiteln nachgaben.
Im breiten Markt gab es teils heftige Kursausschläge. Oerlikon schossen um 16,6 Prozent hoch. Der Industriekonzern überraschte mit einer positiven Auftragstendenz sowie einer hohen Sonderdividende, was Analysten als Zeichen des Vertrauens des Managements in die Verschuldungssituation werten.
PSP verteuerten sich nach Zahlen um 3,5 Prozent. Bei Orior (+9,1 Prozent) sprachen Händler von Deckungskäufen durch Leerverkäufer. Deutlich abwärts ging es dagegen für Dormakaba (-3,5 Prozent) nach Zahlen. Der Schliesstechnikkonzern hat die Erwartungen der Analysten in gewissen Bereichen leicht verfehlt.
Bellevue brachen nach Ergebnissen und einer Dividendenkürzung gar um 13 Prozent ein. Auch Galenicas Entscheidung, die Produktion der Tochter Bichsel einzustellen, kam gar nicht gut an (-6,3 Prozent).
jb/mk
(AWP)

