Gedämpft wurde die Stimmung an den Aktienmärkten allerdings weiterhin von den anhaltenden Kriegshandlungen im Nahostkonflikt. In der Nacht auf Freitag hatte das US-Militär in der sechsten Angriffsnacht in Folge Brücken und einen Flughafen im Iran bombardiert. Der Iran attackierte seinerseits Ziele in der Region. Der Ölpreis zog in der Folge wieder deutlich an, der Preis für die Sorte Brent kletterte zeitweise bis auf 87 Dollar.

Im Fokus der Märkte blieben Chip- und KI-Werte, die bereits am Vortag an den US-Börsen wegen Zweifeln an den hohen Bewertungen klare Kursverluste hatten hinnehmen müssen. Für Aufsehen sorgte am Freitag das chinesische KI-Unternehmen Moonshot. Das von Alibaba unterstützte Start-up präsentierte ein neues Sprachmodell, das mit den Spitzenmodellen von OpenAI und Anthropic in einer Liga spielen soll.

Defensive gefragt

Der SMI ging 0,54 Prozent im Plus auf 14'343,70 Punkten aus dem Handel. Für die Gesamtwoche resultierte damit ein kleiner Anstieg um 0,8 Prozent. Bei den 20 SMI-Titeln standen 14 Gewinner sechs Verlierern gegenüber. Der SMIM der mittelgrossen Werte schloss 0,43 Prozent fester auf 3129,83 Zählern und der breite SPI gewann 0,33 Prozent auf 20'112,63 Stellen.

Zu den deutlichsten Gewinnern unter den Bluechips gehörten die SMI-Aufsteigerkandidaten Sandoz (+3,1 Prozent) und Galderma (+1,5 Prozent). Aber auch die im Herbst aus dem SMI ausscheidenden Swisscom (+1,4 Prozent) lagen den ganzen Handelstag über klar im Plus.

Bei den SMI-Schwergewichten konnten Novartis (+1,4 Prozent) eine US-Zulassung für sein Medikament Fabhalta zur Behandlung einer Autoimmun-Nierenerkrankung vermelden. Die Roche-Genussscheine (+0,8 Prozent) legten moderater zu. Im Plus schlossen auch die Aktien des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé (+1,2 Prozent).

Gesucht waren auch Versicherungswerte wie Swiss Re und Zurich (beide +1,8 Prozent) oder HelvetiaBaloise (+1,1 Prozent). Derweil erholten sich Partners Group (+1,1 Prozent) etwas von den Abgaben des Vortags. Die Analysten der ZKB erachteten den Absacker von 6 Prozent nach Vorlage der Halbjahreszahlen vom Donnerstag in einem Kommentar als übertrieben und bezeichneten die Titel als «deutlich zu tief bewertet».

Abwärts ging es mit den Bankentiteln von UBS (-1,9 Prozent) wie auch von Julius Bär (-2,0 Prozent), nachdem beide Titel in der laufenden Woche noch neue Jahres- respektive Allzeithöchstwerte markiert hatten. Derweil gaben die Richemont-Titel (-1,6 Prozent) nach dem Kurssprung von der Wochenmitte nach starken Quartalszahlen ebenfalls wieder nach.

Technologiewerte unter Druck

Klare Abgaben erlitten die Aktien des Chipindustrie-Zulieferers VAT (-3,6 Prozent). Auch weitere am breiten Markt kotierte technologienahe Werte geben teilweise deutlich nach: So verloren Comet 4,7 Prozent und Inficon 5,0 Prozent. Die Titel von AMS Osram schlossen nach den Gewinnen vom Monatsbeginn nun 17,2 Prozent im Minus.

Die DKSH-Titel (-4,6 Prozent) gingen nach Vorlage von Halbjahreszahlen durch den Marktdienstleister klar schwächer aus dem Handel. Negativ aufgenommen wurden auch die Semesterergebnisse von Mikron (-1,5 Prozent) und Rieter (-5,2 Prozent). Dagegen vermochte das Industrieunternehmen Georg Fischer (Aktien +14,0 Prozent) mit seinen Halbjahreszahlen klar positiv zu überraschen.

tp/cg

(AWP)