Die grossen Treiber für eine Entwicklung in die eine oder andere Richtung fehlten, hiess es am Markt. Am Nachmittag kam etwas Unterstützung aus den USA. Nach den überraschend tiefen Konsumentenpreisen vom Vortag fiel auch der Anstieg der Produzentenpreise im Juni schwächer als erwartet aus. Vor allem sinkende Energiepreise dämpften den Preisauftrieb. Damit wuchs die Hoffnung, dass die US-Notenbank mit einer weiteren Zinserhöhung noch zuwarten könnte. An der Wall Street sorgten die Inflationsdaten sowie erneut starke Technologiewerte für freundliche Kurse.
Nahost-Konflikt hält Ölpreis hoch
Der Blick blieb auf den Nahen Osten gerichtet, wo die anhaltenden Kriegshandlungen den Ölpreis auf erhöhtem Niveau hielten. Die Nordseesorte Brent kostete zeitweise mehr als 85 US-Dollar je Fass. Das US-Militär setzte derweil seine Angriffe auf den Iran fort und nahm nach Angaben aus Washington die Seeblockade iranischer Häfen wieder auf. US-Präsident Donald Trump drohte mit weiteren und massiven Angriffen, falls Teheran nicht zu Verhandlungen bereit sei. Der Iran reagierte mit neuen Raketen- und Drohnenangriffen auf Ziele in der Golfregion und Jordanien.
Der Leitindex SMI schloss 0,46 Prozent höher bei 14'307,31 Punkten. Von den 20 SMI-Titeln schlossen 12 im Plus und 8 im Minus. Der Mid-Cap-Index SMIM legte 0,01 Prozent auf 3115,42 Punkte zu und der breite SPI gewann 0,37 Prozent auf 20'110,33 Punkte.
Richemont mit Kurssprung
Mit Abstand stärkster SMI-Wert waren Richemont (+6,7 Prozent). Der Luxusgüterkonzern übertraf mit seinen Umsätzen im ersten Quartal selbst die optimistischsten Analystenschätzungen deutlich. Im Sog der Zahlen legten auch Swatch (+3,4 Prozent) im breiten Markt kräftig zu. Swatch dürfte in den nächsten Tagen Halbjahreszahlen vorlegen.
Bei den übrigen Gewinnern zeigte sich kein klares Branchen- oder Sektormuster. Partners Group (+2,9 Prozent) wurden vor der Veröffentlichung des Zwischenberichts zum Vermögensstand am Abend Händlern zufolge gestützt.
Ebenfalls gefragt waren Alcon (+2,1 Prozent), Holcim (+2,1 Prozent) und Sika (+2,0 Prozent). Auch das Schwergewicht Roche (+1,0 Prozent) legte zu. Nestlé dagegen (-0,02 Prozent) schlossen praktisch unverändert und Novartis (-0,3 Prozent) gaben etwas nach.
ABB (-2,7 Prozent) bildeten das Schlusslicht im SMI, nach einem deutlichen Vortagesgewinn. Ebenfalls schwächer schlossen Swiss Re (-1,3 Prozent), Logitech (-1,3 Prozent) und Zurich Insurance (-1,1 Prozent).
Oerlikon und DocMorris gefragt
Im breiten Markt zählten Oerlikon (+8,3 Prozent) nach einer positiven Analysteneinschätzung zu den grössten Gewinnern. Ebenfalls gefragt waren DocMorris (+2,7 Prozent). Die Online-Apotheke hatte mit ihrem Wachstum im Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten die Erwartungen übertroffen und sieht sich auf Kurs zur Erreichung der Gewinnschwelle. Die zweistelligen Gewinne zu Beginn bröckelten im Handelsverlauf aber ab.
Arbonia (+2,4 Prozent) standen nach einem frühen Kurssprung im Fokus, wobei Händler auf das sehr geringe Handelsvolumen in den ersten Handelsminuten verwiesen.
Avolta (+0,5 Prozent) drehten bis Handelsschluss noch ins Plus. Händler verwiesen zwar weiterhin auf gesenkte Gewinnschätzungen und eine Kurszielreduktion durch Berenberg sowie auf wachsende Sorgen vor einem verhaltenen zweiten Quartal. Die Kurszielerhöhung durch die UBS wurde offensichtlich höher gewichtet.
to/cg
(AWP)
