Gleichzeitig verwiesen Marktbeobachter auf die weiterhin schwelenden Zoll-Unsicherheiten, nachdem US-Präsident Donald Trump nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs in den USA umgehend alternative Massnahmen angekündigt hatte. Zudem bleibt der Ausgang der Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran ungewiss - weiterhin droht auch die Möglichkeit eines US-Angriffs.

Der SMI beschloss den Handelstag um 0,45 Prozent im Minus auf 13'913,73 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI verlor 0,30 Prozent auf 2205,77 Zähler und der breite SPI gab 0,35 Prozent auf 19'151,61 Punkte nach. Im SLI schlossen 14 Titel im Minus und 16 im Plus.

Unter Druck standen nicht zuletzt die Aktien des Baustoffkonzerns Holcim (-3,8 Prozent), der am Freitag seine Jahreszahlen vorlegen wird. Im Handel wurde auf Medienberichte verwiesen, wonach Italiens Industrieminister die Europäische Kommission dazu aufgerufen hat, das EU-Emissionshandelssystem vorläufig auszusetzen. Der Konzern hatte zuletzt stark in «grünen» Beton investiert.

Auch weitere Bauwerte standen unter Druck, darunter die Titel des Bauchemiekonzerns Sika (-1,7 Prozent) und des aus Holcim herausgelösten US-Zementkonzerns Amrize (-0,7 Prozent). Generell hätten sich die Aussichten bezüglich der Baudynamik vor allem im Bereich Rechenzentren wieder etwas abgekühlt, so ein Händler. Es sei fraglich, ob die Branche die hohen Erwartungen an die zukünftigen Umsatz- und Gewinnentwicklungen erfüllen könne.

Mit Abgaben schlossen auch die Aktien des Generikaherstellers Sandoz (-2,9 Prozent), nachdem diese am Vortag nach starken Jahresergebnissen noch um über 10 Prozent gestiegen waren. Die Titel des Augenheilmittelkonzerns Alcon (-0,5 Prozent) schlossen nach den gut aufgenommenen Jahreszahlen des Vortags ebenfalls wieder schwächer.

Auf den Indizes lasteten aber auch deutliche Abschläge der Pharma-Schwergewichte Roche (-1,5 Prozent) und Novartis (-1,3 Prozent). Etwas schwächer schlossen zudem die Titel des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé (-0,2 Prozent).

Durchzogen zeigten sich technologienahe Titel: So drehten die Aktien des Halbleiterzulieferers VAT (-1,7 Prozent) am Nachmittag aber mit den Abgaben von Nvidia an den US-Börsen noch klar ins Minus. Logitech (+2,3 Prozent) schlossen dagegen nach Auftritten von Firmenvertretern an zwei US-Anlegerkonferenzen klar fester.

Knapp im Minus schlossen derweil die Aktien des Rückversicherers Swiss Re (-0,04 Prozent) vor den am Freitag anstehenden Jahreszahlen. Auf der Stimmung lastete der am Donnerstag vorgelegte Jahresbericht des Konkurrenten Munich Re, der neben einem deutlichen Gewinnanstieg auch weiter sinkende Preise im Schaden- und Unfallgeschäft vermeldete.

Weitere Finanzwerte waren dagegen gesucht. So gingen die Titel der Grossbank UBS (+1,0 Prozent) wie auch der Privatbank Julius Bär (+1,2 Prozent) mit deutlichen Gewinnen aus dem Handel. Fester schlossen auch die Aktien des Private Markets-Spezialisten Partners Group (+2,7 Prozent), die zuletzt mit den Befürchtungen um die Auswirkungen der KI unter Druck gestanden hatten.

Am breiten Markt hatten die Anleger eine Flut von Jahresergebnissen zu bewältigen. Gut aufgenommen wurden etwa die Jahreszahlen des Chemiekonzerns Clariant (+5,6 Prozent), obwohl dieser wegen dem Verkauf seines Venezuela-Geschäfts einen Verlust auswies. Deutliche Kursgewinne gab es auch für die Idorsia-Titel (+5,3 Prozent), nachdem das Pharmaunternehmen eine Umsatzverdoppelung bekanntgeben konnte.

Schlecht aufgenommen wurden dagegen die Resultate des Textilmaschinenherstellers Rieter (-2,0 Prozent) oder der auf Raumklima spezialisierte Zehnder Gruppe (-6,8 Prozent). Die Titel des Industrieunternehmens Medmix (-14,9 Prozent) sackten nach einer enttäuschenden Dividende regelrecht ab.

tp/mk

(AWP)