Haupttreiber an den Börsen weltweit waren aber die von US-Finanzchef Scott Bessent erneut angefachten Hoffnungen auf eine Lösung im Konflikt mit dem Iran. Bessent stellte in einem TV-Interview mit dem US-Sender CNBC eine mögliche Wiedereröffnung der Meerenge von Hormus für heute oder morgen Mittwoch in Aussicht. Und auch ein Sprecher des katarischen Aussenministeriums sprach von «weit fortgeschrittenen diplomatischen Bemühungen».
Als Reaktion auf die positiven Aussichten im Nahost-Konflikt sind die Ölpreise stark unter Druck gekommen. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent fiel dabei erstmals seit Mitte Juli wieder unter 80 US-Dollar. Ende letzter Woche musste man für das Fass noch um die 90 Dollar bezahlen.
Breit angelegte Kursgewinne
Die Euphorie rund um den Nahost-Konflikt hielt sich allerdings bis Börsenschluss in Europa in Grenzen. Zu oft wurden die Anlegerinnen und Anleger in der Vergangenheit mit Friedensbekundungen enttäuscht. Der 20 Titel starke SMI schloss 0,64 Prozent höher bei 14'463,23 Punkten. Am Vormittag hatte er sich noch unter der 14'400 bewegt. Am Ende standen sich 14 Gewinner und 5 Verlierer gegenüber. Swisscom schlossen unverändert. Der Telekomkonzern wartet am Donnerstag mit Zahlen auf.
Der Midcap-Index SMIM gewann 0,69 Prozent auf 3151,72 und der breite Index SPI 0,65 Prozent auf 20'339,58 Zähler. Fester beendeten auch die weiteren wichtigen europäischen Börsenplätze den Handelstag, während im US-Leitbarometer Dow Jones und im breiten S&P 500 neue Allzeithöchstwerte erreicht wurden.
Am stärksten avancierten im SMI die Aktien des Vermögensverwalters Partners Group (+3,3 Prozent), was Händler mit Deckungskäufen vonseiten der Leerverkäufer begründeten. Auf dem Vormarsch waren mit Holcim (+1,9 Prozent), Amrize (+2,0 Prozent) und Sika (+1,7 Prozent) auch Vertreter aus dem Bausektor, während ABB (+2,0 Prozent) an die guten Entwicklungen im Tech-Sektor anknüpften. Givaudan rückten um 2,2 Prozent vor.
Die Pharma-Schwergewichte Roche (+0,5 Prozent) und Novartis (+0,1 Prozent) beendeten den Handel nur leicht im Plus, nach zuvor deutlicheren Avancen. Nestlé (-0,1 Prozent) gaben gar leicht nach, während UBS (+2,0 Prozent) dem Gesamtmarkt Unterstützung boten.
Vor den Geschäftszahlen vom Donnerstag hatten die Versicherer Swiss Re (-0,3 Prozent) und Zurich (-1,0 Prozent) den Rückwärtsgang eingelegt und an Wert verloren. Schwächer beendeten etwa auch noch Lonza (-0,7 Prozent) oder Kühne+Nagel (-0,3 Prozent) den Handel.
Tech-Titel gesucht
Im breiter gefassten Geschäft zählten Lindt&Sprüngli (PS: -0,9 Prozent) zu den wenigen Verlierern. Und Sandoz (+0,4 Prozent) konnten sich nach anfänglich deutlicheren Gewinnen am Ende kaum von den Kurseinbussen der vergangenen Tage erholen. Der Generikahersteller legt am Mittwoch Zahlen vor.
Demgegenüber wurden Tech-Aktien wie jene von VAT (+3,1 Prozent), Comet (+6,4 Prozent) oder Inficon (+4,1 Prozent) sehr gut nachgefragt. Und auch AMS Osram (+3,4 Prozent) profitierten von der der Branchenstärke. Der Sensoren- und Halbleiterhersteller hatte zudem mit den Zahlen zum zweiten Quartal überzeugt. Der Gewinn lag über den Erwartungen.
Noch deutlicher ging es mit Interroll (+8,5 Prozent) nach oben, getragen von einer positiven Einschätzung aus dem Hause UBS. Bei Ascom (+8,5 Prozent) verwiesen Händler derweil auf den Abschluss eines mehrtägigen Verkaufsauftrags an der Börse, der die Titel im Juli belastet hatte.
mk/cf
(AWP)
