Ein Barrel Rohöl der Nordsee Brent kostete am Abend unter 91 Dollar und damit 3,6 Prozent weniger als am Vortag. Iran und Israel haben ihre Angriffe vorerst eingestellt. Beide Seiten drohten im Fall von Verstössen aber mit noch härteren Kämpfen. «Der Iran-Krieg stellt sich weiterhin als ein sehr komplexes und schwer einschätzbares geopolitisches Risiko dar», kommentierte ein Marktexperte. Die Anleger pendelten derzeit ständig zwischen Trendthemen und Kriegsrisiken.
Der Swiss Market Index (SMI) schloss um 0,27 Prozent höher bei 13'356,31 Punkten. Von 20 Titeln legten 12 zu. Der SMIM der mittelgrossen Werte fiel hingegen um 0,41 Prozent auf 2992,18 Punkte, während der breite SPI um 0,16 Prozent auf 18'882,16 Punkte stieg. Von den Indizes in Europa hielt sich nur der französische Cac-40 leicht im Plus, während die Börsen an der Wall Street in New York deutlich nachgeben.
Im Fokus der Anleger stehen nun die anstehenden US-Konjunkturdaten. Sowohl die für morgen erwarteten Konsumentenpreise als auch die Erzeugerpreise dürften laut Experten richtungsweisend sein. Je stärker die Inflation steige, desto grösser werde die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Notenbank Fed, hiess es im Markt. Besonders für KI- und Wachstumsaktien sei das ein Problem, da höhere Zinsen die Finanzierung neuer Projekte verteuerten.
Givaudan an der Spitze
Als klare Gewinner unter den Blue Chips etablierten sich am Dienstag Givaudan (+7,5 Prozent). Der Aromen- und Duftstoffhersteller profitierte von einer Hochstufung auf «Buy» durch die Deutsche Bank. Bereits am Vortag hatten die Titel in einem rückläufigen Markt um 2,1 Prozent zugelegt.
Ebenfalls gefragt waren die Versicherer Zurich (+1,1 Prozent), Swiss Life (+0,7 Prozent) und Helvetia Baloise (+0,8 Prozent). Händler verwiesen auf die Stärke im europäischen Versicherungssektor.
Gestützt wurde der Leitindex zudem von den defensiven Schwergewichten Nestlé (+1,5 Prozent) und Novartis (+0,9 Prozent). Als Bremse erwiesen sich hingegen die Titel des zweiten Pharmariesen Roche (-1,2 Prozent).
Klare Verlierer im SMI waren ABB (-2,6 Prozent) und Logitech (-1,9 Prozent), die sich zuletzt stark entwickelt hatten. Auch andere Techwerte wie VAT (-1,2 Prozent) und AMS Osram (-1,1 Prozent) gaben nach einem starken bisherigen Verlauf nach.
Unternehmensnachrichten bewegen
Weiter sorgten Unternehmensnachrichten im breiten Markt für Bewegung. Idorsia (+4,4 Prozent) sprangen hoch, nachdem das Biopharmaunternehmen die Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten bekannt gegeben hatte. Comet (+2,2 Prozent) waren nach erhöhten Prognosen der UBS gefragt.
SoftwareOne (-3,0 Prozent) wurden dagegen verkauft, nachdem der IT-Dienstleister anlässlich seines Investorentags neue Mittelfristziele vorgestellt hatte. Am Vortag waren die Titel nach Einstieg eines US-Hedgefonds noch um 3,7 Prozent gestiegen. Unter Druck standen auch Adecco (-2,7 Prozent), die Morgan Stanley auf «Underweight» abstufte.
Einen regelrechten Sprung machten ohne Nachrichten die Titel von Highlight Event and Entertainment (+21,7 Prozent).
ls/cf
(AWP)
