Die gegenseitige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran habe die Hoffnung geweckt, dass eine diplomatische Lösung gefunden werden könne, hiess es im Handel. Entsprechend sanken auch die Ölpreise. Am Abend liess US-Präsident Donald Trump verlauten, dass Verhandlungen liefen. Sollten diese scheitern, werde man aber schnell wieder zu «sehr starken militärischen Massnahmen greifen».
Die weniger stark als erwartet gestiegenen Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter in den USA dämpften zudem Zinsängste. «Aktuell zahlen schwache US-Konjunkturdaten auf eine gemässigte Zinspolitik der US-Notenbank ein», kommentierte ein Marktbeobachter. Der Fed-Entscheid steht am Mittwochabend an. Im weiteren Wochenverlauf dürften zudem Firmenzahlen den Markt bewegen. Insgesamt stehen hierzulande fast 30 Unternehmen auf der Agenda.
Breit abgestützte Gewinne im SMI
Der Leitindex SMI schloss am Montag um 0,66 Prozent höher bei 14'421,97 Punkten, nachdem er am Nachmittag bis auf ein Rekordhoch von 14'472 Zählern geklettert war. Von den 20 Titeln notierten alle ausser vier im Plus. Der Mid-Cap-Index SMIM der mittelgrossen Werte gewann 0,21 Prozent auf 3085,98 Punkte und der breite SPI 0,57 Prozent auf 20'183,54 Zähler.
Auch andere europäische Börsen wie der deutsche Dax und der französische Cac-40 schlossen höher, während das US-Leitbarometer Dow Jones an der Wall Street am Abend etwas fester und die techlastige Nasdaq tiefer notierten.
Nach dem Ende der US-Angriffsserie im Iran haben auch die Ölpreise deutlich nachgegeben. Am Abend lag der Preis für ein Fass der Rohölsorte Brent bei unter 90 Dollar, nach zeitweise über 100 Dollar in der Vorwoche.
Sika hebt vor Zahlen ab
Die grössten Gewinner im SMI waren zum Wochenstart Sika (+3,5 Prozent). Beim Bauchemiekonzern war im Handel von Deckungskäufen im Vorfeld der morgigen Zahlen zu hören. Auch UBS und Logitech (je +1,2 Prozent) schlossen vor der kommenden Zahlenvorlage klar höher.
Generell profitierten zyklische Werte von den Friedenshoffnungen. Beim amerikanischen Baustoffkonzern Amrize (+1,6 Prozent) erklärten sich Händler das Plus auch mit den Expansionsplänen des Branchennachbarn Saint-Gobain für Nordamerika.
Gestützt wurde der SMI aber insbesondere auch von den Pharmaschwergewichten Roche (+1,4 Prozent) und Novartis (+1,3 Prozent), die an ihre Gewinne der Vorwoche anschlossen.
Gesucht waren zudem Richemont (+0,5 Prozent) sowie Avolta (+2,9 Prozent) und der Flughafen Zürich (+1,0 Prozent) als Profiteure einer Deeskalation in Nahen Osten.
Nestlé gibt weiter nach
Abwärts ging es hingegen mit dem Schwergewicht Nestlé (-0,4 Prozent). Die Papiere hatten in der Vorwoche nach Zahlenvorlage knapp 6 Prozent eingebüsst.
Am Tabellenende waren zudem Kühne+Nagel (-1,4 Prozent) zu finden. Der Transportlogistiker gilt als Profiteur von Handelseinschränkungen. Verschiebungen und Anpassungen im globalen Warentransport gehen zumeist mit steigenden Preisen einher.
Klar ins Minus fielen ausserdem ABB (-1,3 Prozent) sowie VAT (-4,3 Prozent) und im breiten Markt Inficon (-3,3 Prozent) und Comet (-3,1 Prozent). Ein Medienbericht über eine beginnende Produktion von Immersions-DUV-Lithografiesystemen in China sorgte im Chipsektor für Unruhe und liess Werte wie ASML, Nvidia, AMD und Micron in die Tiefe stürzen.
Erholung bei Temenos
Im breiten Markt sprangen derweil Temenos nach Verlusten in der Vorwoche um 5,4 Prozent hoch. Dazu verhalfen laut Händlern Managementtransaktionen sowie der Aktienrückkauf beim Branchennachbarn SAP.
Gefragt waren auch Idorsia (+7,5 Prozent) nach Bekanntgabe einer neuen Vertriebsvereinbarung für den Hoffnungsträger Quviviq sowie Interroll (+3,4 Prozent) nach einer Kaufempfehlung durch Oddo.
ls/mk
(AWP)
