Die Militärschläge der USA im Iran halten seit nunmehr zehn Tagen an, gleichzeitig laufen die diplomatischen Bemühungen um eine Waffenruhe weiter. «Die Börse ist hin- und hergerissen zwischen dem Nahost-Konflikt und der US-Berichtssaison», kommentierte ein Marktbeobachter. Beide Aspekte seien nicht berechenbar und würden ein hohes Überraschungs- und gleichermassen Enttäuschungspotenzial bergen.

Die Ölpreise haben derweil weiter angezogen: Die Nordseesorte Brent notierte zur Berichtszeit bei 91,30 US-Dollar das Fass (+2,3 Prozent). «Der Nahost-Konflikt strahlt direkt über die Ölpreise auf die europäischen Finanzmärkte ab, da die hohen Abhängigkeiten von importierter Energie eine offene Flanke bieten», hiess es am Markt. Zusätzlich belasteten daraus resultierende Preissteigerungen das Konsumverhalten und zukünftige Umsätze und Gewinne bei Unternehmen.

Roche und Nestlé bremsen

Der hiesige SMI legte 0,31 Prozent auf 14'298,26 Punkte zu. Im Tageshoch war er bis auf fast 14'330 Zähler geklettert. Von den 20 Blue Chips waren jeweils zehn Gewinner und zehn Verlierer.

Der Mid-Cap-Index SMIM stieg 0,13 Prozent auf 3117,10 Punkte und der breite SPI um 0,31 Prozent auf 20'095,03 Punkte. Andere europäische Indizes wie der deutsche Dax, der französische CAC 40 oder der britische FTSE 100 nahmen ebenfalls leicht zu.

Eine wichtige Stütze für den Leitindex waren Novartis (+2,0 Prozent); die Gewinne aber im Handelsverlauf etwas abgebröckelt. Der Pharmakonzern überzeugte mit seinen Zahlen für das zweite Quartal und übertraf die Erwartungen klar. Auch Roche PS (+0,6 Prozent) konnten davon profitieren.

Belastend für den SMI wirkten hingegen die deutlichen Verluste bei den schwergewichtigen Nestlé (-1,7 Prozent). Sowohl Roche als auch Nestlé stehen für Donnerstag mit Halbjahreszahlen auf dem Programm.

Tech-Werte gesucht

Grösste Gewinner unter den SMI-Titeln waren derweil prozentual Logitech (+2,3 Prozent) - begleitet von Halbleiterwerten vom bereiteren Markt wie AMS Osram (+14 Prozent), VAT (+5,1 Prozent), Inficon (+5,7 Prozent) und Comet (+5,2 Prozent). Weltweit legten Tech-Werte stark zu. Ausschlag war ein Medienbericht, dem zufolge der taiwanesische Chip-Riese TSMC mit Kunden darüber verhandelt habe, die Preise für Halbleiter im kommenden Jahr um bis zu 10 Prozent zu erhöhen.

Am anderen Ende des SMI-Tableaus standen neben Nestlé noch Swiss Re (-2,8 Prozent) und Alcon (-1,7 Prozent).

In der hinteren Reihe gerieten Schindler PS (-5,4 Prozent) nach Zahlen deutlich unter Druck. Analysten bemängelten insbesondere das nur verhaltene Wachstum im zweiten Quartal. Auch Julius Bär (-4,0 Prozent) gaben trotz eines Rekordgewinns im ersten Halbjahr nach, wobei laut Händlern auch Gewinnmitnahmen nach der starken Kursentwicklung eine Rolle spielen dürften. Bei Lindt & Sprüngli (-2,0 Prozent) stiess vor allem die rückläufige Volumenentwicklung auf Skepsis.

Ebenfalls klar schwächer präsentierten sich Swatch (-8,2 Prozent), nachdem beim Uhrenkonzern entgegen der Erwartungen der Gewinn noch weiter geschrumpft war. Am rückläufigen Aktienkurs konnte auch der starke Anstieg der Uhrenexporte im Juni nichts ändern. Richemont (+0,4 Prozent) konnten sich derweil besser halten.

Zu den Gewinnern im breiten Markt zählten Bossard (+9,4 Prozent), die mit überraschend starken Halbjahreszahlen überzeugten. Bachem (+11 Prozent) sprangen nach einem Grossauftrag deutlich nach oben. Positive Analystenkommentare verliehen zudem unter anderem Belimo (+6,2 Prozent) Auftrieb. Klarer Spitzenreiter im breiten Markt waren indes Centiel (+16 Prozent) nach einer Kaufempfehlung der UBS.

ys/jb

(AWP)