Der Fokus an den Finanzmärkten bleibt auf der Geld- und Geopolitik. Unter Anlegerinnen und Anlegern setze sich nach den schwachen US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag die Meinung durch, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen an ihrer nächsten Sitzung im September noch nicht anheben werde, hiess es im Handel. Unter Börsianern steige dadurch die Risikobereitschaft.
Positiv wird an der Börse auch die derzeitige Lage im Nahen Osten gewertet. Schliesslich seien die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran weiter im Gang und die militärische Situation habe sich zuletzt etwas entspannt, hielt ein Marktbeobachter fest. Die Situation bleibe aber weiterhin undurchsichtig und schwierig, warnte ein anderer Experte. Rohöl verteuerte sich zwar, der Brent-Preis notiert aber nach wie vor klar unter der 90-Dollar-Marke.
Pharmatitel gesucht
Der SMI rückte zum Wochenauftakt um 0,61 Prozent auf 14'633,70 Punkte vor und kletterte zu Handelsschluss auf Tageshoch. Am Ende standen sich im 20-Titel umfassenden Index 13 Gewinner und 6 Verlierer gegenüber, während Sika unverändert schlossen. Der Midcap-Index SMIM sank dagegen um 0,47 Prozent auf 3213,92, während der breite Index SPI 0,37 Prozent auf 20'585,70 Zähler dazugewann.
Fester beendeten auch die Börsen in Europa den Handelstag, ohne allerdings grössere Sprünge zu vollziehen. An der Wall Street stand der Dow Jones zu Europaschluss minimal im Plus und die Tech-Börse Nasdaq leicht im Minus.
Angeführt wurden die Schweizer Blue Chips vom Schmuck- und Uhrenkonzern Richemont, dessen Aktien um 2,7 Prozent zulegten. Im breiten Geschäft gewannen auch die Inhaberpapiere des Branchennachbars Swatch Group mit 3,0 Prozent deutlich an Wert. Die Bank Julius Bär hat für Swatch das Kursziel erhöht, jedoch das Rating auf «Hold» belassen.
Steigende Kurse waren auch im Gesundheitssektor zu sehen. Im SMI gaben die Kursgewinne von Roche (PS: +1,6 Prozent) und Novartis (+0,7 Prozent) dem Gesamtmarkt Rückenwind. Weiter rückten Titel wie jene des Pharmazulieferers Lonza (+1,3 Prozent) oder des Augenheilkonzerns Alcon (+1,7 Prozent) deutlich vor. Alcon wird am Montag nach Börsenschluss die Zahlen zum zweiten Quartal präsentieren.
Aryzta enttäuscht
Fester gingen auch Logitech (+1,2 Prozent) aus dem Handel, während im Tech-Sektor bei Titeln wie VAT (-1,1 Prozent) Gewinne ins Trockene gebracht wurden. Amrize (-1,1 Prozent) rutschten nach anfänglichen Kursgewinnen noch ins Minus und bauten die am vergangenen Freitag mit Margensorgen erlittenen Einbussen (-8 Prozent) somit noch aus. Ein deutlicheres Plus im SMI verhinderten derweil die Abgaben von Nestlé (-0,7 Prozent).
Auch Galderma (-3,0 Prozent) rutschten wie Amrize während des Handels deutlich in die Verlustzone ab. Gar 11 Prozent verloren im breiten Geschäft Aryzta. Der Backwarenkonzern hatte im ersten Halbjahr 2026 vor allem beim organischen Wachstum die Erwartungen der Analysten klar verfehlt. Die Wachstumsflaute geht insbesondere auf das schwache Deutschland-Geschäft zurück.
Santhera wiederum gewannen 3,5 Prozent. Die Zahlen des Partners Nxere würden auf einen guten Absatz des Santhera-Hoffnungsträgers Agamree schliessen, hielt ein Marktbeobachter fest. Die Stifel-Analysten hätten sich in ihrer Kaufempfehlung bestätigt gefühlt. Derweil dürften DocMorris (+2,1 Prozent) von Deckungskäufen profitiert haben.
mk/ls
(AWP)
