Die mit Spannung erwarteten US-Inflationsdaten für den Dezember boten derweil kaum Überraschungspotenzial. Wegen des «Shutdowns» seien sie aber auch schwierig zu interpretieren, hiess es im Markt. Insgesamt zeige sich aber, dass der grosse Inflationsschub aufgrund der höheren Zölle bislang ausgeblieben sei, so ein Ökonom: Sollte sich dies in den kommenden Monaten fortsetzen, habe die US-Notenbank Fed grünes Licht für weitere Zinssenkungen.

Der SMI schloss um 0,46 Prozent im Minus auf 13'364,73 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI verlor 0,67 Prozent auf 2160,96 Zählern und der breite SPI ging 0,51 Prozent tiefer auf 18'404,03 Punkten aus dem Handel. Im SLI schlossen 18 Titel im Minus, 11 im Plus und einer unverändert.

Einen Kurssturz erlitten die Sika-Titel (-9,5 Prozent) nach enttäuschenden Umsatzzahlen 2025. Der Bauchemiehersteller wurde vor allem im Schlussquartal von negativen Währungseffekte und einem schwachen chinesischen Baumarkt ausgebremst.

Im Sog der schwachen Sika-Zahlen gaben auch weitere baunahe Titel nach. So wurden die Titel des US-Zementkonzerns Amrize (-2,6 Prozent) von Sika-Aussagen zu einem schwachen US-Geschäft aufgrund des Regierungs-Shutdowns belastet. Auch Holcim (-1,5 Prozent), Schindler (-0,7 Prozent) oder Geberit (-0,6 Prozent) schlossen im Minus.

Zu den deutlichen Verlierern gehörten zudem Lindt&Sprüngli (PS -2,1 Prozent). Der Premium-Schokoladehersteller steigerte den Umsatz im vergangenen Jahr stärker als erwartet. Allerdings war dies Preiserhöhungen geschuldet, organisch war das Wachstum negativ. Händler fragten sich, wie lange die Konsumenten die Preiserhöhungen mitmachten.

Klar im Minus gingen die Aktien des Privatmarktspezialisten Partners Group (-2,3 Prozent) aus dem Handel. Das Finanzunternehmen wird am Mittwochabend erste Angaben zum vergangenen Geschäftsjahr vorlegen.

Erneut abwärts ging es zudem mit Versicherungstiteln, wobei die Swiss Life-Titel (-2,0 Prozent) von einem bekräftigten «Underweight»-Rating durch JPMorgan belastet wurden. Der zuständige Analyst erachtet das Aufwärtspotenzial der Titel weiterhin als begrenzt. Swiss Re verloren 0,8 Prozent. Moderatere Abgaben gab es für Zurich (-0,4 Prozent) sowie HelvetiaBaloise (-0,3 Prozent).

Roche (GS -0,5 Prozent) wurden von Aussagen des US-Partnerunternehmens Sarepta Therapeutics zur Absatzentwicklung bei der Gen-Therapie Elevidys belastet. Das Medikament zur Behandlung der Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) hat eine komplexe regulatorische Geschichte. Die Basler Konkurrentin Novartis (-0,2 Prozent) gab am Dienstag den Erwerb einer Lizenz für eine Radioliganden-Therapie bekannt.

Abwärts ging es derweil auch mit weiteren Gesundheitstiteln wie den Aktien Titeln des Generikaherstellers Sandoz (-1,1 Prozent) oder den Aktien des Pharmazulieferers Lonza (-0,9 Prozent).

Das dritte SMI-Schwergewicht Nestlé (+0,3 Prozent) gehörte derweil zu den weniger zahlreichen Tagesgewinnern unter den Blue Chips. Die Titel der Grossbank UBS (+0,03 Prozent) schlossen minim im Plus, nachdem in den USA die Grossbank JPMorgan die Berichtssaison zum ersten Quartal mit einem eher enttäuschenden Resultat eröffnete.

Die Titel der Privatbank Julius Bär (+2,8 Prozent) wurden von einer Kurszielerhöhung der Deutschen Bank gestützt und kletterten zwischenzeitlich gar auf ein neues Mehrjahreshoch. Noch kräftigere Kursgewinne gab es für die im vergangenen Jahr arg gebeutelten Sonova-Titel (+4,2 Prozent)

Am breiten Markt gingen AMS Osram (-0,9 Prozent) schwächer aus dem Handel. Im Vormittagshandel hatten noch Berichte über Teil-Verkäufe bestimmter Geschäftsaktivitäten für Unterstützung gesorgt. Die Aktien von Kuros Biosciences (+5,4 Prozent) zogen derweil dank einer Zertifizierung für ein Produkt an.

Letztmals handelbar waren Meyer Burger (-80,8 Prozent auf 0,0048 Franken). Am Mittwoch werden die Titel des Solarzulieferers, die während Jahren zu den «Höhenfliegern» an der Schweizer Börse gezählt hatten, dekotiert.

tp/jb

(AWP)