Die Anleger hofften weiterhin auf einen positiven Ausgang der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran, sagte ein Händler. Nach langer Unsicherheit sehnten sich die Marktteilnehmer nun nach einer «finalen Lösung».

Grundsätzlich war die Börsenstimmung zur Wochenmitte eher positiv. So schwappte die KI-Euphorie aus den USA auf die europäischen Börsen über. Bei gewissen Techwerten kam es allerdings zu Gewinnmitnahmen.

Gewisse Marktbeobachter warnten dabei vor blindem Optimismus. Die Anleger ignorierten derzeit diverse Warnzeichen sowie die inzwischen hohen Bewertungen, vor allem im Technologiesektor, so ein Kommentar.

Gemischte Signale

Derweil wiesen die ADP-Daten aus den USA auf einen sich abschwächenden Arbeitsmarkt hin. Dies könne bei einigen Investoren Hoffnungen auf Zinssenkungen auslösen, hiess es.

Am Nachmittag sorgten Berichte über einen neuen Entwurf zu einem Friedensabkommen für einen kurzfristigen Kurssprung. Gemäss iranischen Staatsmedien sollten der Iran die Handelsschifffahrt durch die Strasse von Hormus innerhalb von 30 Tagen wieder auf das Vorkriegsniveau anheben und die USA ihre Militärkräfte abziehen. Die USA dementierten daraufhin allerdings diese Angaben.

Die unsichere Nachrichtenlage spiegelte sich auch im Ölpreis wider. Dieser fiel zwischenzeitlich auf unter 95 Dollar für ein Fass der Rohölsorte Brent, stieg am Abend aber wieder auf knapp 97 Dollar.

SMI im Plus

Der Swiss Market Index (SMI) schloss am Berichtstag um 0,75 Prozent höher auf 13'627,41 Punkten. Der Leitindex beendete damit den elften Handelstag in Folge im Plus. Der SMIM der mittelgrossen Werte legte um 0,31 Prozent auf 3003,99 Punkte zu und der breite SPI um 0,70 Prozent auf 19'229,80 Zähler.

Unter den Schweizer Blue Chips gehörten am Mittwoch Amrize (+4,8 Prozent) nach den jüngsten Verlusten zu den grössten Gewinnern. Mit Sika (+2,6 Prozent), Holcim (+1,9 Prozent) und Geberit (+0,8 Prozent) waren weitere Vertreter der Baubranche gefragt.

Aber auch andere Sektoren profitierten von der verbesserten Marktstimmung. So zogen Richemont (+5,1 Prozent) am stärksten und Givaudan (+2,5 Prozent) überdurchschnittlich an. Auch Swatch (+2,8 Prozent) wurden gekauft.

Von den Schwergewichten erwiesen sich Nestlé (+2,1 Prozent) sowie Novartis (+1,0 Prozent) als Stütze, während Roche (-0,1 Prozent) leicht verloren.

Stärker unter Druck standen hingegen ABB (-1,5 Prozent) nach einem bisherigen Rekordlauf sowie die zuletzt ebenfalls stark gelaufenen Logitech (-0,7 Prozent). Auch die Titel der UBS (-1,0 Prozent) gaben nach.

Lem von Übernahmefantasie beflügelt

In den hinteren Reihen sprangen Lem (+9,4 Prozent) dank Übernahmefantasien den zweiten Tag in Folge hoch. Rückenwind erhielten sie von mehreren Kurszielerhöhungen.

Von einer Zielerhöhung durch die UBS profitierten auch Comet (+4,1 Prozent auf 367,80 Fr.). Die Grossbank traut den Titeln nun 405 Franken bei unveränderter Kaufempfehlung zu. Andere Branchenvertreter wie VAT (-2,0 Prozent) und AMS Osram (-7,6 Prozent) lagen derweil im Angebot.

Deutlich abwärts ging es auch für Bajaj Mobility (-3,1 Prozent). Hier belasteten Medienberichte über einen mutmasslichen Abgasskandal bei der Tochter KTM, welche die Vorwürfe allerdings zurückwies.

ls/to

(AWP)