Die Investoren blicken weiterhin mit Argusaugen auf die Lage am Persischen Golf. Der pakistanische Verteidigungsminister Khawaja Asif sagte, dass die Signale der vergangene Tage darauf hindeuten würden, dass die USA und der Iran «kurz vor einer Art Einigung stehen». Daraufhin gaben die Ölpreise ihre deutlichen Kursgewinne aus dem frühen Handel wieder ab. Zunächst hatte es nach einer Verschärfung der Lage im Iran-Krieg ausgesehen.

Mit Blick auf den Iran-Krieg hätten sich die Marktakteure zwar mittlerweile «an eine Situation zwischen Hoffen und Bangen gewöhnt und sich angesichts der wechselhaften Nachrichtenlage ein dickes Fell wachsen lassen», erklärte ein Marktbeobachter. Aber der Nahostkonflikt bleibe ein Pulverfass, die Stimmung könne jederzeit blitzschnell drehen.

SMI schliesst tiefer

Der SMI gab um 0,40 Prozent auf 14,575,25 Punkte nach. Dabei hatte der Leitindex kurz nach Handelsbeginn bei 14'669,51 Punkten noch einen neuen Höchststand markiert. Der Index der mittelgrossen Unternehmen SMIM sank um 0,26 Prozent auf 3205,71 Punkte und der breite SPI um 0,36 Prozent auf 20'511,96 Zähler. Von den 20 Titeln im SMI zeigten 12 Verluste und 7 Gewinne, während Sika unverändert schlossen.

An der Spitze der Verlierer standen Givaudan (-1,8 Prozent), vor den Versicherern Swiss Life (-1,5 Prozent) und Swiss Re (-1,2 Prozent). Auch Zürich gaben nach (-1,0 Prozent). Der Rückgang der Naturkatastrophenschäden im ersten Halbjahr deute nicht auf eine Entspannung hin, betonten die Experten des Rückversicherers Swiss Re. Das zeigten etwa die zunehmenden Waldbrandrisiken in Europa.

Grosse Klötze am Bein des SMI waren auch die Schwergewichte. Die Pharmariesen Roche (-1,2 Prozent) und Novartis (-0,7 Prozent) rutschten am Nachmittag mit Eröffnung der US-Börsen in die roten Zahlen. Das dritte Schwergewicht Nestlé verlor 0,6 Prozent. Grund für die Kursverluste sei eine Studie der Bank of America zum europäischen Nahrungsmittelsektor, sagten Händler.

Logitech und Kühne+Nagel (je -1,2 Prozent) standen ebenfalls auf den Verkaufslisten. Unter Druck waren zudem die UBS-Aktien (-0,4 Prozent). Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerats (WAK-S) hat am Dienstag noch keine Entscheide gefällt über die Revision des Bankengesetzes im Rahmen der «Too-Big-To-Fail»-Regulierung. Die Kommission will zwar eine stärkere Eigenkapitalunterlegung, hat sich aber noch nicht auf die Ausgestaltung festgelegt. Die Beratungen sollen am 31. August weitergehen.

Auf der anderen Seite waren die Alcon-Aktien klar die grössten Gewinner unter den Blue Chips mit einem Plus von 4,7 Prozent. Der Augenheilkonzern hatte mit den am Vorabend veröffentlichten Halbjahreszahlen überzeugt und die Gewinnziele für das laufende Jahr etwas erhöht.

Dahinter erholten sich Swisscom (+1,6 Prozent) und Amrize (+1,4 Prozent) vom Taucher zum Schluss letzter Woche. Ob dies den Aufschwung für den Baustoffkonzern bedeute, sei noch zu früh zu sagen, erklärte ein Händler.

Tecan nach Zahlen unter Druck

Im breiten Markt brachen Tecan um 10,3 Prozent ein. Die Quartalszahlen seien insgesamt eher gemischt ausgefallen, hiess es am Markt. Nach der zuletzt guten Kursentwicklung komme es nun zu Gewinnmitnahmen. Weiter unter Druck standen Aryzta (-4,8 Prozent), nachdem die Titel bereits am Vortag nach Zahlen rund 11 Prozent verloren hatten.

Applaus gab es dagegen für die Halbjahreszahlen von Bell (+5,6 Prozent). Fortschritte bei der Profitabilität und die erstmalige Nennung einer EBIT-Guidance sorgten beim Fleischverarbeiter für kräftigen Auftrieb. Seit Anfang Jahr haben die Titel allerdings weiterhin fast 20 Prozent eingebüsst.

Oerlikon (+3,9 Prozent auf 4,91 Franken) profitierten derweil von einer deutlichen Kurszielerhöhung durch Oddo BHF auf 6,50 Franken. Interroll (+4,2 Prozent) erhielten Schub von einer Kaufempfehlung durch Octavian.

Zu den Gewinnern zählten zudem Idorsia (+9,7 Prozent). Für Auftrieb sorgten Hoffnungen auf eine mögliche Lockerung der US-Beschränkungen für das Schlafmittel Quviviq.

jb/ls

(AWP)