Diverse US-Nachrichtenportale vermeldeten zur Wochenmitte einmal mehr eine bevorstehende Einigung der USA mit dem Iran unter Vermittlung des Oman. Diese umfasse nicht zuletzt eine Übergangslösung zur Öffnung der für den Ölhandel wichtigen Strasse von Hormus.

Allerdings gaben sich viele Markbeobachter zurückhaltend: «Das Wirrwarr der vergangenen Wochen und Monate sollte mahnendes Beispiel für verfrühten Optimismus sein», hiess es in einem Kommentar.

Die Hoffnungen im Nahostkonflikt liessen auch den Ölpreis sinken. So notierte der Preis für die Erdölsorte Brent am Abend wieder unter der Marke von 80 Dollar.

Derweil fielen sowohl neue Daten zur Stimmung im US-Dienstleistungssektor wie auch die neuen Zahlen des US-Arbeitsmarktdienstleisters ADP schwächer aus als erwartet. Die ADP-Daten gelten als Indikator für den am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht.

SMI im Plus

Der Leitindex SMI schloss am Freitag mit einem Plus von 0,61 Prozent auf 14'551,56 Punkten. Der Midcap-Index SMIM gewann 1,24 Prozent auf 3190,66 Punkte und der breite Index SPI stieg 0,67 Prozent auf 20'475,73 Zähler.

Die weiteren europäischen Börsenplätze präsentierten sich uneinheitlich: So schloss der deutsche Leitindex Dax moderat im Minus, der französische CAC40 ging dagegen knapp im Plus aus dem Handel. In den USA notierte der breite Dow Jones am Abend fester, während die techlastige Nasdaq leicht im Minus stand.

Mit einem klaren Kursplus schlossen die Sandoz-Aktien (+6,0 Prozent), nachdem der Generikaspezialist am Morgen gute Halbjahreszahlen vorgelegt hatte. Besonders dynamisch entwickelte sich dabei das Geschäft mit den Biosimilars, aber auch das eigentliche Generika-Geschäft kehrte nach einem schwachen ersten Quartal auf den Wachstumspfad zurück.

Klar fester gingen auch die Aktien des US-Baustoffkonzerns Amrize (+2,1 Prozent) aus dem Handel, der am Donnerstagabend seine Zweitquartalszahlen vorlegen wird. Auch weitere baunahe Titel legten deutlich zu, darunter Sika (+2,6 Prozent) oder Geberit (+1,5 Prozent). Mit Abgaben schlossen allerdings die am Vortag noch starken Titel des Zementkonzerns Holcim (-0,8 Prozent).

Schwergewichte stützen

Unterstützung für die Indizes kam den ganzen Handelstag über von den schwergewichtigen Nestlé-Titeln (+0,9 Prozent). Die Analysten des US-Investmenthauses Jefferies bekräftigten ihre Kaufempfehlung für die im laufenden Jahr noch kaum vom Fleck gekommenen Titel des Westschweizer Nahrungsmittelkonzerns. Noch kräftigere Avancen gab es für das Pharma-Schwergewicht Roche (+2,0 Prozent), während Novartis (-0,1 Prozent) leicht im Minus schlossen.

Bei den Finanzwerten gingen Swiss Re (+0,7 Prozent) vor der am Donnerstag anstehenden Halbjahreszahlen fester aus dem Handel, während die Zurich-Aktien (-0,3 Prozent) vor der gleichentags anstehenden Zahlenvorlage schwächer schlossen. Abgaben erlitten auch die Aktien der Grossbank UBS (-0,2 Prozent), wobei Marktbeobachter auf eine Schwäche der europäischen Bankentitel verwiesen.

Schwächer schlossen zudem die Aktien des Telekomkonzerns Swisscom (-0,9 Prozent), der am Donnerstag ebenfalls seine Halbjahreszahlen präsentieren wird. Abgaben gab es auch für die volatilen Titel des PC-Zubehörspezialisten Logitech (-2,4 Prozent).

R&S verlieren nach Zahlen

Verluste wiesen zudem die am breiten Markt kotierten Titel des Transformatorenherstellers R&S (-6,6 Prozent) auf. Das Unternehmen verfehlte bei seinen vorlegten Semesterergebnissen beim Auftragseingang und beim Umsatz die Erwartungen deutlich und enttäuschte auch beim Ausblick.

Die Titel des Technologieunternehmens AMS Osram (+7,7 Prozent) setzten dagegen ihren Aufwärtstrend nach der Vorlage von Quartalszahlen am Vortag weiter fort.

tp/ls

(AWP)