Das dominierende Thema blieb zu Wochenbeginn der Nahost-Krieg. Der Iran und Israel hatten sich in der Nacht von Sonntag auf Montag erstmals seit Inkrafttreten einer Waffenruhe im April wieder gegenseitig mit Angriffen überzogen. Am Nachmittag erklärten beide Seiten ihre Angriffe für beendet. Bei Israel hiess es laut Medienberichten, dies sei auf Wunsch von US-Präsident Donald Trump geschehen.
Der Swiss Market Index (SMI) schloss um 0,50 Prozent im Minus auf 13'320,99 Punkte. Von 20 Titeln gaben 13 nach. Der SMIM der mittelgrossen Werte stieg hingegen um 0,36 Prozent auf 3004,63 Punkte, während der breite SPI um 0,39 Prozent auf 18'852,87 Punkte nachgab.
In Europa gaben der deutsche Dax und der französische Cac-40 nach, während der FTSE-100 leicht im Plus schloss. An der Wall Street in New York hielten sich die Börsen zum europäischen Handelsschluss ebenfalls im Plus.
Die Ölpreise stiegen nach den Angriffen zunächst deutlich an: Ein Barrel Rohöl der Nordsee Brent kostete am Vormittag gut 98 Dollar. Bis zum Abend fiel der Preis allerdings wieder auf unter 94 Dollar zurück. Eine Öffnung der seit Ende Februar faktisch geschlossenen Strasse von Hormus ist aber weiterhin nicht in Sicht.
Darüber hinaus fehlten Impulse von Datenseite oder Unternehmen. Die Anleger richten ihren Blick nun bereits auf die am Donnerstag anstehende Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB). Mit Spannung wird ausserdem der geplante Börsengang von SpaceX erwartet. Dieser würde die Bewertungsfantasie im Technologiesektor zusätzlich verstärken, sagte ein Marktbeobachter. Sollte diese nachlassen, könne es zu einer «breiteren Neubewertung von Risikoanlagen» kommen.
Zykliker und Schwergewichte belasten
Zu den grösseren Verlierern unter den Blue Chips gehörten am Montag Zykliker wie Amrize (-4,2 Prozent), Holcim (-2,4 Prozent), Sika (-0,9 Prozent) oder Geberit (-0,8 Prozent). Allerdings gaben auch defensive Werte wie Swisscom (-0,4 Prozent) sowie die Schwergewichte Roche (-1,4 Prozent), Novartis (-0,6 Prozent) und Nestlé (-0,5 Prozent) nach.
Nach der jüngsten Verkaufswelle im heiss gelaufenen Tech-Sektor entwickelten sich die Techwerte unterschiedlich. So schlossen Logitech (-0,2 Prozent) leicht tiefer, während im weiteren Feld VAT (+2,0 Prozent), AMS Osram (+2,6 Prozent) und Comet (+0,6 Prozent) gekauft wurden.
Givaudan klar im Plus
Deutlich im Plus schlossen hingegen Givaudan (+2,1 Prozent). Beim Aromen- und Duftstoffkonzern berichteten Händler von Umschichtungen aus anderen europäischen Chemiewerten nach einer Doppel-Hochstufung durch Goldman Sachs. Auch die Finanzwerte UBS (+0,6 Prozent) und Partners Group (+0,3 Prozent) hielten sich besser als der Gesamtmarkt.
Im breiten Markt waren SoftwareOne (+3,7 Prozent) nach dem Einstieg von David Rosen mit seinem Hedgefonds Rubic Capital gefragt. Galderma (+3,3 Prozent) würden am Markt als wahrscheinlichster Kandidat für eine Aufnahme diesen Herbst in den SMI gehandelt, hiess es von Händlern.
Bei Kardex (-12,0 Prozent) zeigten sich die Marktteilnehmer enttäuscht von einer Gewinnwarnung. Auch Branchennachbar Interroll (-1,9 Prozent) wurde davon in Sippenhaft genommen, wie es am Markt hiess.
Temenos (-1,9 Prozent) gaben nach einer Akquisition in Zürich nach.
ls/cf
(AWP)
