«Die Volatilität könnte kurzfristig anhalten», sagte ein Börsenbeobachter. So müssten zuerst die Umsetzung und Nachhaltigkeit des angekündigten Abkommens bewertet werden. Am Freitag soll der Deal in Genf unterzeichnet werden, und anschliessend soll die wichtige Strasse von Hormus geöffnet werden. In den kommenden 60 Tagen sollen dann Irans Atomkraftambitionen verhandelt werden. «Die Gefahr einer erneuten Eskalation ist damit noch nicht vom Tisch», so ein weiterer Marktteilnehmer.

Im Wochenverlauf stehen zuerst noch die Zinssitzungen zahlreicher Notenbanken im Fokus. Hauptereignis ist die Sitzung der US-Notenbank am Mittwoch. Bei der ersten Pressekonferenz mit dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh bestehe «ein erhöhtes Risiko für Fauxpas», die von den Märkten negativ aufgenommen werden könnten, warnte eine Expertin.

Schwergewichte schwächeln

Der SMI schloss am Montag um 0,07 Prozent höher bei 13'717,54 Punkten. Am Morgen war der Index bis auf 13'871 Punkte geklettert und damit wieder etwas näher an sein Rekordhoch bei 14'063 Punkten von Ende Februar. Der SMIM der mittelgrossen Werte gewann derweil klar um 0,91 Prozent auf 3067,51 Punkte und der breite SPI 0,24 Prozent auf 19'373,11 Zähler.

An anderen wichtigen europäischen Börsen legten der deutsche Dax und der französische Cac-40 zu, während der FTSE-100 in London nachgab. Die Börsen an der Wall Street notierten zur Berichtszeit derweil klar im Plus.

Defensive Werte wie Swisscom (-1,3 Prozent) sowie die drei Schwergewichte Novartis (-1,5 Prozent), Roche (-1,2 Prozent) und Nestlé (-0,9 Prozent) hielten den SMI zurück. Diese Werte mussten laut Händlern als «Geld-Quelle» für den Kauf von Finanzwerten und Zyklikern herhalten.

Zu den grössten Verlierern gehörten zudem Kühne+Nagel (-3,8 Prozent). Laut Händlern äusserte sich die Bank of America vorsichtig zum Seefrachtgeschäft. Ausserdem würden bei einer Öffnung der Strasse von Hormus die Frachtraten voraussichtlich wieder sinken, hiess es unter den Marktbeobachtern.

Zykliker gesucht

Auf der anderen Seite waren insbesondere baunahe Werte gesucht: So schlossen Holcim, Amrize, Sika und Geberit mit Gewinnen von bis zu 3,2 Prozent in der Spitzengruppe, nachdem sie bereits am vergangenen Freitag Spitzenreiter gewesen waren. Holcim erhielten zusätzlichen Schub von Kaufempfehlungen von Octavian und Goldman Sachs.

Klar im Plus schlossen auch Partners Group (+2,4 Prozent). Der Privatmarktspezialist hatte am Freitagabend Gerüchte über zusätzliche Liquiditätsbeschränkungen oder gar ein Einfrieren seiner Evergreen-Fonds zurückgewiesen.

Analog zur Entwicklung in den USA wurden auch Techwerte wie AMS Osram (+7,1 Prozent), Comet (+3,8 Prozent), Inficon (+1,5 Prozent) und VAT (+1,0 Prozent) gekauft. Andere Anlageklassen wie Gold, Silber oder der Bitcoin zogen ebenfalls an, während Öl so wenig kostete wie seit März nicht mehr.

Sprünge in den hinteren Reihen

Auch andere Aktien-Werte aus den hinteren Reihen bewegten sich stark: Belimo (+4,4 Prozent) und SoftwareOne (+2,3 Prozent) profitierten von Hochstufungen, während beim Flughafen Zürich (+4,5 Prozent) die Inbetriebnahme des Noida Flughafens sowie der mögliche Iran-Deal gut ankamen.

Bei R&S (+4,2 Prozent) gab es einen ermutigenden Kommentar der UBS. Bystronic (-14,5 Prozent) brachen hingegen nach einer Gewinnwarnung ein.

Schliesslich feierte die Beteiligungsgesellschaft Matador ihr Börsendebüt an der Schweizer Börse SIX. Der Referenzpreis lag bei 3,85 Franken je Aktie. Neben der SIX werden die Titel auch an der BX Schweiz und Xetra in Frankfurt gehandelt. Die SIX wies bis anhin keinen Handel mit den Papieren aus.

ls/ys

(AWP)