«Die Situation im Nahen Osten bleibt ungelöst», fasste es ein Marktbeobachter zusammen. Damit bleibe nur die Hoffnung, dass es zu weiteren Vermittlungsversuchen anderer Staaten komme. Laut US-Präsident Donald Trump hängt die Waffenruhe am seidenen Faden.

Die US-Inflationsdaten sorgten am Nachmittag ebenfalls nicht für Erleichterung. Die Konsumentenpreise stiegen im April leicht stärker als von den Analysten erwartet. Dies zeigt laut Experten, dass der Iran-Krieg die Inflationsrate erneut nach oben getrieben hat. Mehrere Analysten erwarten inzwischen bis Ende Jahr keine Zinssenkung mehr durch die US-Notenbank Fed.

Der Ölpreis der Sorte Brent stieg am Dienstag angesichts der angespannten Stimmung um 3,9 Prozent auf 108,27 US-Dollar. Bereits in der vergangenen Woche hatten Preise mit ausbleibenden Fortschritten bei den Verhandlungen zwischen den USA und Iran kräftig angezogen.

SMI leicht im Plus

Der SMI schloss am Dienstag um 0,14 Prozent höher bei 13'119,53 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte der Schweizer Leitindex zwischen 12'963 und 13'140 Punkten. Zum Handelsschluss standen 11 Verlierer 9 Gewinnern gegenüber.

Der SMIM mit den mittelgrossen Werten gab dagegen um 0,17 Prozent auf 2976,33 Punkte nach, während der breite SPI um 0,04 Prozent auf 18'582,49 stieg. Andere europäische Börsen wie der deutsche DAX oder der französische CAC gaben deutlich nach, während die US-Börsen ebenfalls klar im roten Bereich notierten.

Die grössten Verlierer unter den Blue Chips waren Logitech (-5,3 Prozent). Marktteilnehmer sprachen von Gewinnmitnahmen nach der starken Kursentwicklung der vergangenen Wochen. Ebenfalls Federn lassen mussten Swiss Re (-3,5 Prozent), nachdem auch Munich Re bei den jüngsten Quartalszahlen von anhaltendem Preisdruck in der April-Erneuerungsrunde berichtet hatte.

Als Stütze erwiesen sich für den SMI die Schwergewichte: So tendierten sowohl der Lebensmittelriese Nestlé (+1,6 Prozent), als auch die Pharmakonzerne Novartis (+1,9 Prozent) und Roche (+0,7 Prozent) im Plus. Auch Alcon (+2,9 Prozent) erholten sich etwas von den zuletzt gefallenen Kursen.

Relativ gut schlugen sich Kühne+Nagel (+0,5 Prozent). Für positive Stimmung sorgten zuversichtliche Aussagen am Kapitalmarkttag des Konkurrenten DSV, wie es am Markt hiess.

Quartalszahlen bewegen

In den hinteren Reihen fielen SoftwareOne mit einem kräftigen Kursplus von 9,3 Prozent auf. Der IT-Dienstleister hat im ersten Quartal besser abgeschnitten als erwartet und die Prognosen erhöht. Die Aktien des Laborausrüsters Tecan (+2,8 Prozent) legten nach Zahlen ebenfalls deutlich zu. Die Belebung bei Umsatz und Auftragseingang kamen laut Händlern gut an.

Weniger gut wurden die Zahlen des Immobilienkonzerns PSP (-0,7 Prozent) aufgenommen, wobei die leicht höhere Leerstandsquote für eine gewisse Verunsicherung sorgte. Auch Techwerte wie AMS Osram (-10,1 Prozent), Comet (-4,2 Prozent) und VAT (-3,4 Prozent) standen nach der jüngst starken Kursentwicklung auf den Verkaufszetteln.

An ihre jüngste Erholung konnten hingegen Swatch (+2,7 Prozent) anknüpfen. Der aktivistische Investor Steven Wood scheiterte an der GV mit allen seinen Anträgen. Einzig bei der Abstimmung der Inhaberaktionäre setzte er sich gegen den Swatch-Kandidaten Andreas Rickenbacher durch.

DocMorris (-1,6 Prozent) schlossen am Tag der Generalversammlung tiefer. Hier fordert der grösste Aktionär einen umfassenden Umbau des Verwaltungsrats.

Klar unter Druck standen zudem Clariant (-6,5 Prozent) und Georg Fischer (-3,7 Prozent) nach Analystenvoten. Die Titel von Forbo (-3,7 Prozent) wurden nach einer Umstrukturierungsankündigung vom Vorabend abgestraft.

ls/jb

(AWP)