Die Anleger hätten zum Wochenstart bei defensiven Branchen und Sektoren zugegriffen, sagte ein Marktbeobachter. Davon profitierten etwa Kommunikationswerte. Gleichzeitig reduzierten die Investoren ihre Aktienbestände in den zuletzt heiss gelaufenen Halbleiterunternehmen.

Für Bewegung dürfte nun in den kommenden Tagen der Start in die Berichtssaison sorgen: Dabei stehen etwa Zahlen grosser US-Finanzinstitute sowie Updates von ASML und Netflix auf dem Programm. Aufgrund der hohen Nervosität und einem ausgedünnten Sommerhandel könnte es dabei zu grösseren Ausschlägen kommen, hiess es im Handel.

Ölpreis bei knapp 80 Dollar

Der Leitindex SMI schloss um 0,22 Prozent höher bei 14'266,18 Punkten. Von den 20 Titeln schlossen 15 höher und fünf tiefer. Der Mid-Cap-Index SMIM legte um 0,12 Prozent auf 3'125,36 Punkte zu und der breite SPI um 0,21 Prozent auf 20'064,96 Punkte.

Andere europäische Indizes wie der deutsche Dax und der französische Cac40 gingen ebenfalls leicht positiv aus dem Handel, während die US-Indizes an der Wall Street am Abend tiefer notierten.

Die Ölpreise legten derweil nach der weiteren Angriffswelle des US-Militärs im Iran deutlich zu. Ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte Brent zur Lieferung im September kostete am Abend knapp 80 Dollar (+5 Prozent).

Bauwerte unter Druck

Von den Konjunktursorgen und den wieder steigenden Ölpreisen wurden hierzulande insbesondere Bauwerte belastet. So gaben Sika (-2,0 Prozent), Amrize (-1,7 Prozent) und Geberit (-0,4 Prozent) nach. Diese hatten bereits in der Vorwoche eine schwache Performance gezeigt.

Verkauft wurden auch Techwerte wie Inficon (-2,0 Prozent), Comet (-1,5 Prozent) und VAT (-0,6 Prozent). Auf den Gesamtmarkt drückten zudem die schwachen Roche (-1,8 Prozent).

Die anderen beiden Schwergewichte Nestlé (+1,2 Prozent) und Novartis (+0,3 Prozent) stützten den SMI hingegen. ABB (+0,3 Prozent) notierten im Vorfeld der Halbjahreszahlen vom Donnerstag leicht freundlich.

Defensive gefragt

Stärker gesucht waren auch die defensiven Swisscom (+2,1 Prozent). Im breiten Markt legten auch Sunrise (+3,0 Prozent) und Mobilezone (+1,6 Prozent) zu. Im Handel war von einer allgemeinen Branchenstärke zu hören.

Zu den grössten Gewinnern gehörten zudem Swiss Re (+1,5 Prozent) und Partners Group (+1,9 Prozent). Händler sprachen für letztere von ersten grösseren Deckungskäufen nach der jüngsten Verkaufswelle. Der Vermögensverwalter wird am Mittwochabend Angaben zu den verwalteten Vermögen per Mitte Jahr vorlegen.

Auch Richemont (+1,1 Prozent) zogen im Vorfeld der Erstquartalszahlen am Mittwoch an. Hoch ging es auch für Swatch (+1,2 Prozent). Zudem profitierten Kühne+Nagel (+2,2 Prozent). US-Präsident Donald Trump hatte am Montag trotz erneuter Angriffe bekräftigt, dass die Strasse von Hormus «offen» sei.

Bewegung durch Hochstufungen

Im breiten Markt vollzogen DocMorris (+17,3 Prozent) nach einer Hochstufung durch die Deutsche Bank auf «Buy» einen Kurssprung. Allerdings blicken die Titel auch auf eine schwache Vorwoche zurück. Auch die Papiere von EFG International (+1,7 Prozent) waren nach einer Kaufempfehlung der Citigroup gesucht.

Stark gesucht waren zudem Centiel (+11,0 Prozent). Das Tessiner Technologieunternehmen gab unter dem im Juni abgeschlossenen Rahmenvertrag mit Neo Critical Power den ersten Auftrag im US-Markt bekannt. Bei Adecco (+5,9 Prozent) berichteten Händler von Deckungskäufen nach dem überraschend stabilen Zwischenbericht des Spezialistenvermittlers Hays vom Freitag.

EMS-Chemie (+4,8 Prozent) knüpften an die starke Vorstellung vom Freitag im Anschluss an die Halbjahreszahlen an, zusätzlich getrieben durch eine Hochstufung durch Kepler Cheuvreux auf «Hold».

ls/ys

(AWP)