Die Ölpreise stiegen mit der Angst vor einer längeren Unterbrechung von Öllieferungen durch die Strasse von Hormus weiter an. Eine Freigabe strategischer Ölreserven durch führende Industriestaaten bremste die Notierungen zwar, konnte sie aber nicht nachhaltig beeinflussen.
Die Nervosität bleibt angesichts der Kriegshandlungen hoch. Generell schürt der volatile Ölpreis Konjunktur- und Inflationssorgen. Die Ölpreise hatten zu Wochenbeginn zeitweise fast 120 US-Dollar je Barrel erreicht. Am Mittwochabend kostete ein Barrel Brent-Öl 91,95 Dollar (+4,8 Prozent).
Die geopolitischen Unsicherheiten trieben auch den US-Dollar an. «Die Anleger bleiben nervös, die Finanzmärkte volatil und die sicheren Häfen gefragt», fasste es ein Marktbeobachter zusammen. Auch die bisher leicht positive Einschätzung der Experten zur Entwicklung der Eurozone stehe auf der Kippe.
Fed dürfte abwarten
Die am Nachmittag veröffentlichten US-Konsumentenpreise vom Februar signalisierten noch keine Inflationsdynamik. Experten nannten die Entwicklung «unspektakulär».
Allerdings ist die Aussagekraft der Daten begrenzt: «In Anbetracht des im Zuge des Iran-Krieges gestiegenen Ölpreises ist das Februar-Datenmaterial ohnehin nicht mehr von allzu grosser Bedeutung», hiess es am Markt. Wichtiger würden die März-Daten.
Die US-Notenbank Fed dürfte laut den Analysten derzeit an ihrem Kurs festhalten und mit Zinssenkungen abwarten.
Breite Verluste im Leitindex
Der SMI schloss um 0,82 Prozent tiefer auf 12'958,59 Punkten. Damit wurden die leichten Gewinne vom Vortag ausradiert und der Schweizer Leitindex steht nun seit Anfang Jahr um 2,3 Prozent im Minus. Alle 20 SMI-Titel ausser Logitech und Richemont gaben nach.
Der SMIM-Index für die mittelgrossen Werte verlor 1,45 Prozent auf 2944,52 Punkte und der breite SPI gab um 0,90 Prozent auf 17'958,66 Punkte nach.
Auch die wichtigsten europäischen Börsen schlossen im roten Bereich. Der US-Leitindex Dow Jones liess ebenfalls Federn, während sich einzig die techlastige Nasdaq minimal im Plus hielt.
Finanz- und Pharmawerte belasten
Bei den Schweizer Bluechips gehörten die Pharmawerte Roche (-1,6 Prozent) und Novartis (-0,6 Prozent) zu den grösseren Verlierern. Die Titel des dritten Schwergewichts Nestlé (-0,1 Prozent) waren relativ stabil.
Unter Druck kamen zudem Partners Group (-1,4 Prozent). Die Angst vor einer «kleineren Finanzkrise» in Übersee sei weiterhin gross, sagte ein Marktbeobachter. Auch UBS (-0,7 Prozent) gaben nach. Für das Minus bei Givaudan (-2,9 Prozent oder -82 Fr.) war derweil vor allem die ausgezahlte Dividende von 72 Franken verantwortlich.
Bei den mittelgrossen Werten wurden Galderma (-2,3 Prozent) verkauft. Beim Hautpflegekonzern war ein riesiges Aktienpaket im Umfang von 34 Millionen Aktien platziert worden. Der Streubesitz stieg damit von 65 auf rund 80 Prozent.
Unter starken Abgaben litten zudem Sonova (-3,6 Prozent). Am Vortag waren die Titel des Hörgeräteherstellers allerdings noch um 5,8 Prozent in die Höhe geschossen.
Neuigkeiten im Hintergrund
Die wenigen Unternehmensnachrichten traten etwas in den Hintergrund. Die Titel des Reisedetailhändlers Avolta (+3,7 Prozent) legten entgegen dem Trend klar zu. Das Unternehmen überzeugte vor allem mit dem organischen Wachstum im Schlussquartal und zeigte sich trotz Iran-Krieg optimistisch für weiteres Wachstum. Der Glasverpackungshersteller Vetropack (-1,0 Prozent) enttäuschte hingegen mit den Zahlen.
Verkauft wurden nach einer Rückstufung durch die UBS die Aktien von Also (-4,5 Prozent). Die Grossbank verwies beim IT-Grosshändler auf einen härteren Wettbewerb unter US-Distributoren.
Einen Kurssprung machten indes Curatis (+46,1 Prozent). Das Biotech-Unternehmen meldete für den Krebskandidaten Corticoreline eine exklusive Lizenz- und Entwicklungsvereinbarung für Japan.
ls/jb
(AWP)

