Die Anleger reagierten derzeit äusserst sensibel auf geopolitische Signale, und Grönland sei längst kein Randthema mehr, meinte ein anderer Händler. Mit seiner Rhetorik und mit den an europäische Staaten gerichteten Zolldrohungen habe US-Präsident Donald Trump die Märkte in Aufruhr versetzt und die Investoren würden Tag für Tag aufs Neue auf Herz und Nieren geprüft. Auf der Gegenseite wird auch der Ton europäischer Staatschefs schärfer. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron etwa forderte am WEF eine 'Handels-Bazooka' gegen Trumps Zollpläne.
Der SMI verlor zu Handelsschluss 0,81 Prozent auf 13'169,96 Punkte, nachdem er zuvor bis auf ein Tagestief von 13'080 Zählern abgerutscht war. Der 30 Titel umfassende SLI büsste 0,76 Prozent auf 2131,53 ein und der breite SPI 0,83 Prozent auf 18'182,17 Zähler. Im SLI gaben bis auf vier Werte alle nach.
Tief im Kurskeller schlossen Logitech (-4,3 Prozent) den Handel ab. Beim Computerzubehör-Hersteller flattern sowohl bei Anlegern als auch bei Analysten seit einigen Wochen die Nerven. Das kam in zahlreiche Analystenabstufungen zum Ausdruck. Belastend wirken Sorgen zu den Preissteigerungen im weltweiten Speichersegment, was die Nachfrage nach PCs und den passenden Geräten von Logitech dämpfen dürfte.
Grössere Verluste waren am Berichtstag etwa auch bei Aktien aus dem Bausektor zu sehen: Sika büssten 1,4 Prozent, Schindler PS 1,6 Prozent, Geberit 1,6 Prozent, Amrize 1,5 Prozent oder Holcim 1,1 Prozent ein.
Eine allgemeine Sektorschwäche war laut Händlern zudem in Finanzwerten wie Helvetia Baloise (-1,6 Prozent), UBS (-1,3 Prozent), Zurich Insurance oder Swiss Life (beide -1,0 Prozent) zu beobachten. Die in Japan stark gestiegenen Zinsen hätten die Sorge vor Verlusten auf japanischen Anleihen genährt, hiess es.
Tiefer schlossen auch die Pharma-Schwergewichte Roche (GS: -0,2 Prozent) und vor allem Novartis (-1,1 Prozent). Sie beide hatten sich am Montag in der ersten Verkaufswelle noch etwas besser als der Markt gehalten. Das dritte Schwergewicht, Nestlé, fiel mit 1,0 Prozent ebenfalls klar zurück.
Die wenigen Blue-Chips-Gewinner wurden vom Hörgerätehersteller Sonova mit einem Plus 2,5 Prozent angeführt. Zudem gewann der Augenheilmittelkonzern Alcon an der Schweizer Börse 2,2 Prozent hinzu. Alcon erhielt durch eine von der Deutschen Bank neu ausgesprochenen Kaufempfehlung Auftrieb, während bei VAT (+2,0 Prozent) eine Kurzszielerhöhung durch dieselbe Bank stützte.
In der zweiten Reihe fiel der Kurseinbruch beim Berner Energieversorger BKW (-13 Prozent) auf. Etwas überraschend kündigte die BKW eine hohe Wertberichtigung auf dem deutschen Kohlekraftwerk Wilhelmshaven an. Immerhin schloss Finanzchef Martin Zwyssig weitere Korrekturen aus.
Deutliche Kursverluste musste auch die Online-Apotheke DocMorris (-8,6 Prozent) hinnehmen. DocMorris verfehlte mit den Umsatzzahlen für 2025 die Markterwartungen. Vor allem die Entwicklung des Geschäfts mit rezeptpflichtigen Medikamenten fiel enttäuschend aus.
Auf der Gegenseite waren die Aktien von Komax (+4,4 Prozent) nach Vorabzahlen im Aufwind. Der Hersteller von Kabelverarbeitungsmaschinen hatte mit Angaben zum Umsatz und Auftragseingang die Vorgaben mehr oder weniger erfüllt. Das sorgte unter Marktteilnehmern für Erleichterung.
Derweil konnten Clariant (+2,4 Prozent) von den Plänen des deutschen Henkel-Konzerns profitieren. Dieser will das niederländische Unternehmen Stahl Holdings für bis zu zwei Milliarden Euro kaufen. Clariant ist mit knapp 15 Prozent an Stahl Holdings beteiligt. Valartis (+14 Prozent) und Inficon (+6,7 Prozent) mit einer Kurszielerhöhung kletterten deutlich in die Höhe.
mk/cf
(AWP)

