Marktbewegende Impulse seien eher rar, heisst es weiter. Doch die Berichtssaison nehme demnächst richtig Fahrt auf, und dann müssten die grossen Tech-Konzerne liefern, um die Kurse zu rechtfertigen. Die Erwartungen seien hoch und die Skepsis über die Bewertungen ebenfalls, heisst es am Markt. Die UBS rechnet dabei mit «einer weiteren soliden US-Berichtssaison, die von robustem Wirtschaftswachstum und anhaltenden KI-Fortschritt profitiert». Hierzulande gibt es bisher Licht und Schatten bei den (vorläufigen) Firmenergebnissen. Zudem nahmen die Anleger bei guten Zahlen auch gerne Gewinne mit. «Wie gestern bei Richemont oder heute bei Zehnder», sagt ein Händler.
Der SMI notiert um 11.07 Uhr um 0,29 Prozent tiefer auf 13'437,71 Punkten und steht damit leicht höher als am vergangenen Freitag (13'422). Der 30 Titel umfassende SLI verliert 0,24 Prozent auf 2176,31 und der breite SPI 0,23 Prozent auf 18'552,28 Zähler. Im SLI stehen 13 Gewinnern 17 Verlierer gegenüber.
Bei den Aktien von Richemont (-3,2 Prozent) gehen die Gewinnmitnahmen weiter. Zusätzlich belastet die Ratingsenkung auf «Neutral» von «Buy» durch die Bank of America den Kurs. Am Vortag hatte der Luxusgüterkonzern für das Weihnachtsquartal unerwartet starke Zahlen vorgelegt, was aber Gewinnmitnahmen ausgelöst hatte. Wie am Vortag folgen die Titel von Rivale Swatch (-1,7 Prozent) der Marschrichtung von Richemont nach unten.
Bei den Aktien von Sika (-2,2 Prozent) geht es nach der Erholung am Vortag bereits wieder nach unten. Auch Logitech (-1,0 Prozent), Holcim (-0,7 Prozent) und ABB (-0,8 Prozent) geht es bergab.
Nach wie vor wenig gefragt sind Swiss Re (-1,2 Prozent). Hier belastet Keefe, Bruyette & Woods den Kurs. Der Broker hat die Papiere des Rückversicherers auf «Underperform» gesenkt. Dagegen notieren Zurich (-0,1 Prozent) nur wenig im Minus und Swiss Life legen nach dem schwachen Jahresstart 0,5 Prozent zu.
Die Aktien von VAT (-1,2 Prozent) konsolidierten den massiven Kurssprung (+16 Prozent) vom Vortag nach der Bekanntgabe der Vorabzahlen und der guten Ergebnisse von TMSC. Andere Technologiewerte wie Inficon (+0,2 Prozent) oder Comet (+0,8 Prozent) notieren dagegen erneut fester.
An der Spitze der SLI-Werte sind Gesundheitswerte wie Sandoz (+1,7 Prozent) und Galderma (+1,0 Prozent) zu finden, die nach der jüngsten Schwäche nun eine Erholung zeigen.
Gefragt sind auch die Schwergewichte Novartis (+1,2 Prozent auf 115,82 Fr.), die am Vortag auf 116,8 Franken ein neues Rekordhoch erreicht hatten.
Roche (+0,3 Prozent) legen nach einer Studie von Goldman leicht zu. Die Analysten erhöhen ihr Rating auf «Neutral» von «Sell». Zudem bekräftigt die UBS mit angehobenem Kursziel ihre Kaufempfehlung für die Titel des Pharmaschwergewichts.
Dagegen neigen Nestlé (-0,7 Prozent) erneut zur Schwäche. Der Nahrungsmittelwert befinde sich in einer «schlechten Phase», mein ein Händler mit Verweis auf jüngste Produktrückrufe und Personalrochaden.
Die Aktien von Geberit (+0,7 Prozent) erholten sich von den Gewinnmitnahmen am Vortag nach der Vorlage der Umsatzzahlen.
Auf den hinteren Rängen stechen Zehnder (-4,5 Prozent) hervor. Dabei hat der Bauausstatter 2025 Jahr mehr umgesetzt und dabei die Analystenerwartungen übertroffen. Händler sprechen von Gewinnmitnahmen. Auch Coltene (-4,5 Prozent) geben nach Zahlen nach. Das Medizintechnikunternehmen hat bei Umsatz und EBIT-Marge einen Rücksetzer verbucht.
pre/ra
(AWP)

