Hoffnungen gebe es aber auch mit Blick auf die Zinspolitik der Notenbanken, so die Bank. Mittlerweile rechneten die Investoren dank der zuletzt günstigen Inflationsdaten aus den USA und Europa mit weniger Zinserhöhungen als noch Anfang Mai. Insgesamt schienen die Aktienmärkte weiter guter Laune. Fortschritte bei der Schlichtung des Kriegs im Iran sind allerdings kaum zu sehen. Seit Tagen ringen die USA und der Iran um ein Rahmenabkommen zur Verlängerung der Waffenruhe und weiteren Verhandlungen. Eine Einigung steht weiter aus. Während also die politische Realität noch von offenen Fragen geprägt ist, richtet sich der Blick der Anleger dennoch bereits auf einen möglichen Frieden im Nahen Osten.
Der Swiss Market Index (SMI) verliert gegen 10.50 Uhr 0,74 Prozent auf 13'441,95 Punkte. 16 der 20 SMI-Titel geben dabei nach. Der SMIM der mittelgrossen Werte fällt um 0,49 Prozent auf 3011,65 Punkte zurück und der breite SPI um 0,69 Prozent auf 19'026,51 Punkte.
Ölpreis zieht leicht an
Der Preis für ein Fass der Sorte Brent ist zuletzt zwar wieder über 94 US-Dollar gestiegen, notiert damit aber weiterhin klar unter 100 Dollar. Der Ölpreis sei von seinem Höchststand im April so schnell zurückgegangen wie seit der Corona-Pandemie nicht mehr, heisst es dazu in einem Kommentar von Swissquote. Offenbar werde auch hier der Nahostkonflikt bereits als temporäres Ereignis eingepreist. Der Preis sei indes nach wie vor genügend hoch, um die globalen wirtschaftlichen Aktivitäten zu bremsen.
Die grössten Abgaben verzeichnen derzeit Novartis (-1,8 Prozent). Positive Daten zum Prostatakrebs-Medikament Pluvicto helfen dem Titel zu Wochenbeginn kaum. Vielmehr werden nach der starken Entwicklung im Mai nun Gewinne mitgenommen. Das klare Minus des Gesamtmarktes ist auch den ebenfalls schwachen Roche (-1,1 Prozent) und Nestlé (-0,8 Prozent) geschuldet.
Um etwas mehr als 1 Prozent geben zudem so unterschiedliche Titel wie Swiss Re, Givaudan, Alcon oder Sika nach, ohne dass es dazu spezifische Nachrichten gäbe.
Bester SMI-Wert sind derzeit ABB mit einem Plus von 0,9 Prozent. Berenberg hat die Abdeckung des Titels mit dem Rating «Hold» wieder aufgenommen. Das Institut sieht bei ABB eine weiterhin starke Nachfrage in strukturellen Wachstumsmärkten wie Rechenzentren, Stromnetzen und Gewerbeimmobilien.
Daneben zählen noch Kühne+Nagel (+0,8 Prozent) sowie UBS und Logitech (je +0,6 Prozent) zu den Gewinnern.
Im breiten Markt rücken Landis+Gyr um 1,4 Prozent vor. Unterstützung erhalten die Titel von den Aussagen zu einem Investorentag. Positiv heben Analysten in ersten Reaktionen vor allem die Einführung einer progressiven Dividendenpolitik sowie die Aussicht auf weitere Aktienrückkäufe hervor.
Noch etwas deutlicher gesucht sind Swissquote (+2,5 Prozent auf 40,58 Fr.) nach einer Hochstufung. Die UBS hat das Rating für die Aktien der Onlinebank auf «Neutral» von «Sell» und das Kursziel um 3 auf 42 Franken angehoben.
Die Aktien des in Finanznot steckende Batterieherstellers Leclanché sind vorläufig vom Handel ausgesetzt, nachdem das Unternehmen eine weitere Frist zur Präsentation des Jahresergebnisses nicht einhalten konnte.
cf/hr
(AWP)
