Bei den Ölpreisen zeigte sich bislang nur eine kleine Entspannung, der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent liegt weiterhin knapp über 110 Dollar. Angesichts der ansonsten dünn gefüllten Unternehmens- und Konjunkturagenda richtet sich der Blick der Anleger neben dem Nahostkonflikt bereits auf die am Mittwoch nach Börsenschluss anstehenden Nvidia-Quartalszahlen. Hier seien die Erwartungen «mal wieder astronomisch» und es gab im Tech-Sektor bereits erste Gewinnmitnahmen, heisst es am Markt.

SMI prallt an 13'400 Punkten ab

Der Leitindex SMI zieht im Vormittagshandel gegen 10.50 Uhr um 1,08 Prozent auf 13'384,20 Punkte an, zeitweise rückte er mit dem bisherigen Tageshoch bei 13'399,66 Zähler hauchdünn an die Marke von 13'400 Punkten heran. Die Gewinner sind dabei klar in der Überzahl - einzig Kühne+Nagel stehen leicht im Minus. Der SMIM mit den mittelgrossen Werten rückt um 0,99 Prozent auf 2990,30 Punkte vor und der breite SPI um 1,02 Prozent auf 18'907,34 Zähler.

Die Gewinne ziehen sich breit durch diverse Branchen. Die Spitzenplätze halten aktuell Lonza (+3,4 Prozent), gefolgt von Partners Group (+2,6 Prozent) und Alcon (+2,4 Prozent). Aber auch die beiden Schwergewichte Nestlé (+1,6 Prozent) und Roche (+1,4 Prozent) sind gefragt und ziehen den SMI nach oben. Der Pharmakonzern kündigte für den ASCO-Kongress neue Daten aus seiner Krebs-Pipeline an. Konkurrent Novartis (+0,8 Prozent) hinkt etwas hinterher.

Am Indexende rangieren der Logistiker Kühne+Nagel (-0,1 Prozent) sowie ABB (+0,1 Prozent) und Geberit (+0,2 Prozent). Auch die Versicherer Swiss Life (+0,1 Prozent) und Zurich (+0,4 Prozent), die am Vortag am stärksten zugelegt hatten, können nun nicht ganz Schritt halten.

AMS weiter im Höhenrausch

In der zweiten Reihe setzen AMS Osram (+4,7 Prozent) ihren Höhenflug der vergangenen Wochen quasi ungebremst fort. JPMorgan hat die Titel auf «Overweight» hochgestuft und das Kursziel verdoppelt. Allerdings schlagen einige Marktteilnehmer bereits mahnende Töne angesichts der Kursverdopplung seit Anfang April an.

Ganz anders sieht es hingegen bei Adecco (-0,7 Prozent auf 15,35 Fr.) aus. Mit erneut negativen Studien bleiben die Titel im Abwärtssog. Die UBS rät neu zum Verkauf der Aktien und stutzt das Kursziel auf 13 Franken. Der Analyst sieht für die nächsten Jahre keine Gewinnerholung für den Personaldienstleister.

Bei Bossard (+0,9 Prozent) wirkt ein Interview am Vortag mit AWP positiv nach. Auch der angekündigte Rücktritt für März 2027 des langjährigen CFO Stephan Zehnder belastet nicht. Es sei genug Zeit, um einen passenden Nachfolger zu finden, so der Tenor.

dm/mk

(AWP)